Megafusion 57 Milliarden Dollar für Gillette-Rasierer
New York - Die Führungsgremien beider Firmen hätten der Übernahme am Donnerstag einmütig zugestimmt, teilten die Zentralen beider Unternehmen heute in Cincinnati und Boston mit. Den Angaben zufolge übernimmt P&G das gesamte Geschäft von Gillette. Die Aktionäre von Gillette sollen je 0,975 P&G-Aktien für ihre Anteilsscheine erhalten. Daraus errechnet sich ein Preis von 53,94 Dollar je Gillette-Aktie, ein Aufschlag von fast 18 Prozent auf den Schlusskurs vom Donnerstag. 60 Prozent der Übernahme will P&G mit eigenen Aktien bezahlen und 40 Prozent in bar.
Die Übernahme müsse noch von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden und soll im Herbst 2005 abgeschlossen sein. Insgesamt würde das fusionierte Unternehmen mehr als 60 Milliarden Dollar im Jahr umsetzen und damit Unilever als größten Konsumgüterproduzenten der Welt überholen. An der Börse wurde Procter & Gamble zuletzt mit rund 140 Milliarden Dollar bewertet, während Gillette auf knapp 45 Milliarden Dollar kam.
Warren Buffett: Traumgeschäft
Der Konzern rechnet im Zuge der Fusion mit dem Wegfall von rund 6000 Stellen - vier Prozent der Belegschaft der beiden Unternehmen. Die Einsparmöglichkeiten durch Synergieeffekte beziffern die Strategen mit 14 bis 16 Milliarden Dollar. Der Zusammenschluss zwischen dem Pampers- und Ariel-Produzenten P&G und dem Hersteller von Duracell-Batterien und Oral-B- Zahnpflegeprodukten Gillette eröffne die Chance auf zweistellige Gewinnwachstumsraten im Jahr. Gillette zählt weltweit zu den bekanntesten Marken für Rasierer. P&G hob zudem die Prognose für sein Umsatzwachstum auf fünf bis sieben von vier bis sechs Prozent an.
Außerdem will P&G in den nächsten 18 Monaten eigene Aktien im Wert zwischen 18 und 22 Milliarden Dollar zurückkaufen. Der Milliardär Warren Buffett, der gegenwärtig neun Prozent an Gillette hält, hat angekündigt, er wolle anlässlich der Fusion 100 Millionen Aktien von P&G erwerben.