Mercedes: Ende der Exklusivität? - DER SPIEGEL
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Mercedes Ende der Exklusivität?

DaimlerChrysler will mit einer neuen Vertriebsstruktur die Händlerzahl verringern und Milliarden einsparen. Künftig sollen Autos der Marken Mercedes-Benz, Chrysler und Smart auch gemeinsam angeboten werden.
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Stuttgart/Berlin - Durch die Zusammenlegung des Vertriebs seiner verschiedenen Marken wolle der Autokonzern in Deutschland Milliarden einsparen, berichtete die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf ein Schreiben des DaimlerChrysler-Vertriebschefs für Deutschland, Eckhard Panka. Konkret bedeute dies, in vielen Orten für Mercedes-Benz, Chrysler und Smart nur noch einen Händler oder eine konzerneigene Niederlassung zu unterhalten.

Die neue Vertriebsstrategie soll der "Financial Times Deutschland" zufolge zuerst in Deutschland umgesetzt werden, sei dann aber auch für die anderen europäischen Märkte vorgesehen. Die Aufnahme von Mitsubishi und Hyundai, an denen DaimlerChrysler Anteile erworben hat, sei ebenfalls möglich. Das Konzept werde überall dort umgesetzt, wo Händler ausscheiden oder neue Stützpunkte eröffnet werden.

Ein Sprecher der deutschen Vertriebsorganisation von DaimlerChrysler wollte den Bericht nicht im Einzelnen kommentieren. Er wies aber wies daraufhin, dass sowohl die Zahl der Chrysler-Händler erhöht als auch die Dichte des Smart-Vertriebsnetzes verbessert werden solle.

Nur dort, wo es die Rahmenbedingungen zulassen würden, sollten alle Konzernmarken über einen exklusiven Partner vertrieben werden, betonte Sprecher Udo Sürig in Berlin. Denn man wolle so schnell wie möglich die Zahl der Chrysler-Händler von derzeit 240 auf 300 erhöhen. Wo sich kein Händler finde, könnte auch ein bereits ansässiger Mercedes-Händler den Vertrieb übernehmen.

Der Showroom solle aber strikt getrennt werden, auch werde es eigene Chrysler-Verkäufer geben. Nur im "Backoffice-Bereich" wie Werkstatt, Kantine, Verwaltung würden die Funktionen zusammengelegt. Nach Angaben von Sürig gibt es zur Zeit in Deutschland 1200 Vertriebsstützpunkte von Mercedes-Benz, 240 Chrysler-Händler und 40 Smart-Center. Über die geringe Dichte von Smart-Händlern klagten seit längerem Kunden, so dass künftig weitere "Satelliten" im Auftrag der Smart-Center den Stadtwagen verkaufen sollten.

Laut "Financial Times" will Panka eine Konzentration des Vertriebs in größeren Einheiten erreichen. Wer nicht mindestens 1000 Pkw, 250 Transporter oder 120 Lkw pro Jahr verkaufe, müsse fusionieren, verkaufen oder aufgeben. Nachdem die DaimlerChrysler AG in diesem Jahr beim bereinigten Betriebsergebnis einen Rückgang von rund drei Milliarden Euro hinnehmen muss, wird im ganzen Konzern fieberhaft nach Einsparmöglichkeiten gesucht.