AIRBUS Merkel lenkt ein
Die Zukunft des Militärtransporters Airbus A400M ist jetzt Chefsache - und offenbar gesichert. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will bei einem Treffen mit Präsident Nicolas Sarkozy am Donnerstag dieser Woche in Paris für eine »Fortsetzung des Programms« eintreten, das von einer mehrjährigen Verspätung und vielen technischen Problemen geplagt wird. Ziel Merkels sei es, bis zum Herbst eine wirtschaftlich und finanziell »vernünftige Lösung« zu finden, hieß es in Berlin. Die Regierungschefin rückt so offenbar von der Drohung ab, den Airbus-Kaufvertrag zu kündigen - was sich das Verteidigungsministerium bis zum Jahresende vorbehalten hatte. Mehr Geld, wie Airbus und Sarkozy fordern, will der Bund allerdings auch nicht geben. Die deutsche Luftwaffe richtet sich deshalb darauf ein, Abstriche hinnehmen zu müssen. Statt 2010 wird Deutschland wohl frühestens 2015 die erste von 60 bestellten A400M erhalten - bis zur vollen Einsatzbereitschaft einer Handvoll der neuen Flieger dürften dann aber noch weitere drei Jahre vergehen. Ein amerikanischer Airbus-Konkurrent hat deshalb gerade ein neues Angebot für eine »Zwischenlösung« im Wehrressort abgegeben: Die Bundeswehr, lockt der US-Konzern Lockheed Martin, könne viermotorige Maschinen des Typs Super Hercules C-130J leasen - für etwa zehn Millionen Dollar pro Stück und Jahr.