Messeauftritt Gates mimt den Zauberlehrling
Las Vegas Microsoft-Gründer Bill Gates gilt als humorfreier Zeitgenosse - anders als sein Pogo tanzender CEO Steve "Monkey Boy" Ballmer, der ein Meister der Komik ist - zumindest der unfreiwilligen. Bei seinem Auftritt auf der weltgrößten Messe für Verbraucherelektronik, der Consumer Electronics Show in Las Vegas, gab sich Gates dennoch alle Mühe. Selbst als Software-Ikone muss man der Pressemeute schließlich etwas bieten, damit sie sich unterhalten fühlt.
In einem auf der Messe gezeigten Promovideo traten Bill und Steve als rangelnde Lümmel auf. Gates präsentierte sich im Harry-Potter-Outfit, Ballmer hatte sich in ein Luke-Skywalker-Kostüm gezwängt - inklusive Toupé, das er sich im Lauf des Films von der Glatze riss.
Genug gelacht, die Zahlen bitte
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Neben Klamauk gab es dann noch ein paar trockene Zahlen. Gates äußerte sich zufrieden über den Absatz des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows XP. Seit dem Verkaufsstart am 25 Oktober vergangenen Jahres seien mehr als 17 Millionen Kopien der Software abgesetzt worden. Gates zufolge hat sich kein anderes Betriebssystem in der Geschichte von Microsoft so schnell so gut verkauft.
Auch zum Geschäft mit der Spielkonsole X-Box nannte Gates Zahlen. In den sechs Wochen zwischen dem Erstverkaufstermin und dem Ende des Jahres 2001 seien insgesamt 1,5 Millionen Konsolen ausgeliefert worden. "Wir haben so viel verkauft, wie wir herstellen konnten", sagte Gates.
Mit Bill allein zu Haus
In seiner Ansprache kündigte der Gates zudem neue Details zu Microsofts eHome-Strategie an, die darauf zielt, Produkte für den computerisierten Haushalt der Zukunft zu schaffen. Kernprodukt soll das bereits vor einiger Zeit vorgestellte PC-Tablett Mira sein, eine drahtlose Plattform für heimische Softwareanwendungen. Mit Mira sollen Benutzer innerhalb des Hauses Office Programme benutzen, Musik hören oder X-Box spielen können. Gates stellte außerdem das Hardware- und Software-Paket Freestyle vor, dass schnöde XP-Rechner in digitale Unterhaltungsplattformen verwandeln soll. Der Microsoft-Gründer sagte, Intel , National Semiconductor und andere Unternehmen arbeiteten an Mira-Hardware. Diese werde voraussichtlich zum Weihnachtsgeschäft 2002 verfügbar sein.