Metallabschluss: Warnstreiks gegen Beruhigungspille - DER SPIEGEL
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Metallabschluss Warnstreiks gegen Beruhigungspille

Im Jubel über den gelungenen Pilotabschluss für die Metallindustrie werden Proteste laut. Zwar empfahl der Arbeitgeberverband Gesamtmetall, entgegen ersten Ankündigungen, den Pilotabschluss von Nordrhein-Westfalen bundesweit zu übernehmen. Doch das ist den Ost-Metallern zu wenig.
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Frankfurt am Main - Auch in den neuen Bundesländern solle das Düsseldorfer Ergebnis "auf Punkt und Komma" übernommen werden, sagte Gesamtmetall-Präsident Werner Stumpfe im Anschluss an eine Vorstandssitzung seines Verbandes. Doch die Beruhigungspille wirkte offenbar nicht.

In Mosel bei Zwickau traten rund 5000 Beschäftigte des VW-Werkes in den Warnstreik. Einen Tag vor der nächsten Runde der Tarifverhandlungen für die sächsische Metallindustrie forderten sie die hundertprozentige Angleichung der tariflichen Leistungen an das Westniveau. Der Bezirksleiter der IG Metall Berlin, Brandenburg-Sachsen, Hasso Düvel, begrüßte den Pilotabschluss für NRW. Die Übernahme reiche aber für den Osten nicht aus, meinte er. Ein Metallarbeiter im Osten bekomme derzeit etwa 81 Prozent des Jahresgehaltes seiner Kollegen im Westen, hieß es.

Stumpfe sagte, auch bei "noch so zähen" regionalen Nachverhandlungen könne der Pilotabschluss nicht verbessert werden. Positiv bewertete er die Chance, seit fast einem Jahrzehnt wieder eine Tarifrunde "so gut wie ohne Kampfmaßnahmen" über die Bühne zu bringen.