Metaller-Streiks: Verhandlungen noch diese Woche - DER SPIEGEL
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Metaller-Streiks Verhandlungen noch diese Woche

Nach wochenlangen Streiks in der Auseinandersetzung um die 35-Stunden-Woche in ostdeutschen Betrieben wollen IG Metall und die Arbeitgeber wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Nach Angaben des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall sollen noch in dieser Woche Verhandlungen aufgenommen werden.
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Frankfurt am Main - "Die Verhandlungen werden aufgenommen, und die Arbeitgeber stehen zur Verfügung", sagte Gesamtmetall-Sprecher Werner Riek am Dienstag. Die Gespräche sollten Donnerstag oder Freitag stattfinden. Ziel solle es sein, neue Wege zur Verkürzung der Wochenarbeitszeit zu finden. Grundlage der Verhandlungen, die im Großraum Berlin geführt werden sollten, werde die Leipziger Erklärung der ostdeutschen Metall- und Elektro-Arbeitgeber von Mitte Juni sein. Darin erkennen sich die fünf Verhandlungsführer der regionalen ostdeutschen Metallarbeitgeberverbände zu dem Ziel einer Angleichung der Arbeitszeit an Westniveau.

In Ostdeutschland arbeiten die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie 38 Stunden in der Woche, während im Westen die 35-Stunden-Woche gilt. Die IG Metall hatte die Arbeitgeber zu Beginn der vierten Streikwoche aufgefordert, bis zum kommenden Wochenende eine Verhandlungslösung herbeizuführen. Andernfalls würden westliche Automobilbetriebe die Streiks in Ostdeutschland durch eigene Aktionen unterstützen.

Am Morgen hatte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, im ZDF-"Morgenmagazin" bekräftigt, die IG Metall sei verhandlungsbereit. Er räumte ein, dass die Streiks wegen der negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft in Westdeutschland eine Belastungsprobe seien. Deshalb sei man auch verhandlungsbereit. Man werde aber nicht einknicken, betonte der DGB-Chef.

Die Politik forderte Sommer auf, sich aus dem Arbeitskampf herauszuhalten. "Es ist unerträglich, dass Politiker gleich welcher Couleur sich in diesen Arbeitskampf einmischen. Wir haben in Deutschland Tarifautonomie und das wird zwischen Arbeitgebern und -nehmern ausgetragen."

Wegen des Arbeitskampfes verzeichnen mehrere westdeutsche Betriebe massive Produktionsausfälle. So musste BMW seine Fertigungsstraßen in München und Regensburg still legen. Insgesamt sind bei BMW mehr als 10.000 Beschäftigte von den Produktionsstopps betroffen.

VW wird im laufenden Monat auf Grund der Streiks in Ostdeutschland rund 20.000 Fahrzeuge weniger produzieren als geplant, wie VW-Chef Bernd Pischetsrieder gegenüber dem "Wall Street Journal Europe" am Montagabend in Paris erklärte. Die Frage, ob der Produktionsverlust auf das Ergebnis durchschlage, wollte Pischetsrieder nicht beantworten.