Metrorapid Thyssen tritt auf die Bremse
Berlin - Berlin - Der Magnetbahnhersteller Thyssen Industries begrüßte die Intiative, will aber nicht für neu entstehende Kosten zahlen. "Alles, was jetzt diskutiert wird, wird ohne Beteiligung privaten Geldes laufen", beteuerte Thyssen-Sprecher Alfred Wewers in der "Berliner Morgenpost". Die Finanzierung neuer Projekte werde sicher nicht im Rahmen der so genannten Public-Privat-Partnership geschehen, bei der sich öffentliche Hand und Privatunternehmen die Kosten eines Projektes teilen. Das Geld werde vielmehr zu 100 Prozent aus dem Steuersäckel kommen müssen. An der Frankfurter Börse zogen die Thyssen-Aktien bis zum späten Nachmittag um knapp vier Prozent an.
Sachsens Wirtschaftsminister Kajo Schommer (CDU) sprach sich gegen "Metrorapid"-Verbindungen in Deutschland aus: Die Magnetschwebebahn sei eine "technisch interessante, aber wirtschaftlich nicht sinnvolle Lösung", sagte er im Mitteldeutschen Rundfunk. Die Bahn solle besser ihre Investitionen ins Schienennetz steigern, statt auf den Transrapid zu setzen. Vor allem in Ostdeutschland gebe es "gigantischen Nachholbedarf". Schommer: "Wir brauchen ein Netz mit höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten - keinen Transrapid, der überhaupt nicht in die verkehrspolitische Landschaft passt."
Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) hatte angekündigt, Bund, Länder und Bahn wollten nach dem Aus für die Verbindung Hamburg-Berlin fünf Alternativstrecken für den "Metrorapid" prüfen. Dabei handelt es sich um die Anbindung der beiden Großflughäfen in München und Berlin-Schönefeld an das jeweilige Stadtzentrum, ein Nahverkehrskonzept für das Ruhrgebiet, eine Verbindungsstrecke zwischen den beiden Flughäfen Frankfurt am Main und Hahn im Hunsrück sowie eine Transrapid-Anbindung von Hamburg über Groningen nach Amsterdam.