MG Technologies Bilanzkosmetische Maßnahmen verschwiegen?
Hamburg - Der Vorstandsvorsitzende von MG Technologies, Kajo Neukirchen, soll früher von drohenden Verlusten der Konzerntochter Lurgi gewusst haben, als bislang bekannt.
Wie das "manager-magazin" in seiner April-Ausgabe berichtet, habe das Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG bereits am 11.11.1999 in einer Besprechung zum Jahresabschluss 1998/99 auf mehr als ein Dutzend Schwachstellen in der Bilanz des Anlagenbauers Lurgi kritisch hingewiesen.
Zweifel an der Bilanzierungspraxis
Danach habe die Lurgi etwa Beteiligungsbuchwerte übertrieben hoch angesetzt oder Erlöse aus Aufträgen in der Bilanz gebucht, deren Realisierung als alles andere als sicher galt.
Konzernchef Neukirchen habe spätestens am 3. Dezember 1999 von der KPMG-Stellungnahme erfahren, so das Magazin. Das drohende Abrutschen der Lurgi in die roten Zahlen teilte MG Technologies erst im Frühjahr 2000 mit.
Zweifel an MGs Bilanzierungspraxis waren bereits mehrfach laut geworden. So beantragte etwa Großaktionär Otto Happel im vergangenen Jahr bei Gericht eine Sonderprüfung des Jahresabschlusses.