Michael Spindler - DER SPIEGEL
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Michael Spindler

• aus DER SPIEGEL 10/1995
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zählt zu den wenigen Deutschen, die in der amerikanischen Computerindustrie Karriere machten. Der gebürtige Berliner, seit 1993 Apple-Chef, muß gegen mächtige Konkurrenz kämpfen. Immer wieder gibt es Übernahmegerüchte, der Marktanteil des Unternehmens schrumpft. Spindlers größter Widersacher ist Bill Gates, der Gründer und Eigentümer des Software-Herstellers Microsoft, der mit seiner Dos- und Windows-Systemsoftware den globalen Markt der Laptop- und Personalcomputer (PC) schon zu 80 Prozent beherrscht. Die für ihre Bedienerfreundlichkeit berühmte Apple-Technologie konnte sich dagegen nicht ausbreiten. Die umständliche Microsoft-Technik setzte sich dank IBM durch. Der Computerriese baute in seine PCs Prozessoren der Firma Intel ein, die mit Software von Microsoft arbeiten. Da diese Grundbausteine aber auch anderen Herstellern zur Verfügung standen, gab es bald zahlreiche PC-Firmen, die erfolgreich IBM-kompatible Rechner bauten. Um von der Intel-Microsoft-Übermacht nicht vollends an die Wand gedrückt zu werden, verabredete Spindler eine Allianz mit dem einstigen Erzrivalen IBM. Noch sind die Ergebnisse bescheiden, aber Spindler hofft, mit dem gemeinsam entwickelten Power PC das Geschäft ausweiten zu können. Spindler, 52, seit 1980 bei Apple, ist ein kühler Rechner und damit der Antityp zu den bisherigen Apple-Chefs. Firmengründer Steve Jobs galt als kreativer Kopf, der die Computerindustrie revolutionierte. Spindler-Vorgänger John Sculley, ein Marketing-Experte von PepsiCo, profilierte sich als Visionär. Doch als Apple 1993 sogar kurzfristig Verluste machte, war deren Zeit vorbei.

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