Microsoft 440 Millionen Dollar für Intertrust
Seoul/Redmond - Microsoft hat sich mit der auf Software zum Schutz gegen digitale Musik- und Filmpiraten spezialisierten Intertrust Technologies verglichen. Der Konzern nimmt eine umfassende Patentlizenz von Intertrust und zahlt dafür 440 Millionen Dollar. Dies haben die beiden Unternehmen am Montag bekannt gegeben. Es werden alle Klagen zwischen den beiden Firmen beigelegt.
Damit muss der Softwaregigant aus Redmond schon zum zweiten Mal binnen weniger Monate wegen Patenstreitigkeiten tief in die Konzernkasse greifen. Mitte Januar bestätigte ein US-Gericht in zweiter Instanz eine Millionen-Dollar-Strafe, weil Microsoft die Rechte des Konkurrenten Eolas missachtete.
Die Geschworenen verurteilten den Konzern zur Zahlung von 520,6 Millionen Dollar an Eolas. Direkt nach Verkündigung des Urteils kündigte eine Microsoft-Sprecherin den Gang in die nächste Instanz an.
Klage in Südkorea
Unterdessen droht Microsoft auch ein Verfahren in Südkorea. Das Internet-Unternehmen Daum Communications hat dort am Montag eine Entschädigungsklage in Millionenhöhe gegen den US-Softwarekonzern eingereicht.
Der führende Internetportal-Dienst in Südkorea wirft Microsoft und dessen koreanischer Tochter unfaire Marktpraktiken vor. Die Integration der Zusatzfunktion Instant Messaging in das Betriebssystem Windows XP halte die Verbraucher von einer freien Wahl ab, teilte Daum in einer Erklärung in Seoul mit. In der Klage an das Seouler Bezirksgericht fordert das Unternehmen zehn Milliarden Won (rund neun Millionen Dollar) von Microsoft.
"Microsoft hat die Möglichkeit der freien Wahl der Produkte dadurch blockiert, dass es seine beherrschende Stellung im Softwaremarkt ausnutzt", hieß es. Daum konkurriert unmittelbar mit dem US-Unternehmen auf dem koreanischen Markt für den Instant-Messaging-Dienst, der den direkten Austausch von Texten zwischen Internetnutzern gewährleistet.
Daums Klage erfolgte knapp drei Wochen nach der Verhängung eines Rekordbußgeldes gegen Microsoft in Höhe von 497 Millionen Euro durch die EU-Kommission wegen kartellrechtlicher Verstöße. Dabei ging es um die Ausstattung des Betriebssystems Windows mit dem so genannten Mediaplayer.