Microsoft Abrupter Abgang des Deutschland-Chefs
München - Sibold hat offenbar noch keinen neuen Posten in Aussicht. Die Gründe für den Abschied seien persönlich, teilte Microsoft am Donnerstag mit. Der 53-Jährige wolle seine Karriere nun im Bereich mittelständischer Unternehmen in seiner Heimat im Südwesten Deutschlands fortsetzen.
Ob Sibold Fehler vorgeworfen werden, war nicht offiziell zu erfahren. In Unternehmenskreisen wurde indes betont, dass keine betrieblichen Gründe hinter der Entscheidung stünden. Wer Sibold nachfolgen soll, ist nach Angaben eines Microsoft-Sprechers noch unklar. Eine Entscheidung falle voraussichtlich in den nächsten Wochen.
Sibold war Anfang 2000 von Hewlett-Packard zu Microsoft gewechselt und kümmerte sich zunächst um Geschäftsbeziehungen zu kleinen und mittelständischen Unternehmen. Offiziell trat Sibold die Leitung der Geschäftsführung am 1. Juli vergangenen Jahres an, faktisch führte er das Management seit April.
Unter Sibolds Führung verlagerte Microsoft Deutschland seinen Schwerpunkt von einer produktzentrierten Strategie auf ein verstärktes Angebot von Business-Lösungen. Vor der Entscheidung des Bundestags für die Software-Ausstattung der eigenen Rechner betrieb er offensive Lobby-Arbeit zu Gunsten von Windows. Der Bundestag beschloss dann allerdings, auf den Servern im Hintergrund der Bundestagsverwaltung Linux einzusetzen. Nur auf den Arbeitsplatzrechnern der Abgeordnetenbüros läuft weiter das Microsoft-System.