Microsoft: Angriff auf die SAP-Bastion - DER SPIEGEL
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Microsoft Angriff auf die SAP-Bastion

Microsoft hat Witterung aufgenommen und will ins "neue Milliarden-Dollar-Geschäft" mit Unternehmenssoftware einsteigen. Dabei dürfte der Software-Gigant nicht nur Oracle, Siebel Systems und PeopleSoft ins Gehege kommen - sondern auch SAP.
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Redmond - Dass die Microsoft-Chefs ein Auge auf den Markt für Unternehmenssoftware geworfen haben, war kein Geheimnis. Seit Anfang der Woche spekulieren Fachblätter darüber, wann der Konzern aus Seattle seine Pläne konkretisieren werde. Nun hat Microsoft-Manager David Thacher offiziell den Startschuss gegeben.

Thacher teilte mit, Microsoft   wolle in das Geschäft mit Software zur Verwaltung von Kundenbeziehungen einsteigen. Dieses so genannte Customer Relationship Management Programm (CRM) werde kleinere und mittelgroße Unternehmen in die Lage versetzen, Aufgaben beim Kundenservice, Marketing und Verkaufsprozess zu automatisieren.

Neben SAP   und Siebel wird Microsoft damit auch mit Onyx Software und Pivotal konkurrieren, die eigentlich als Hersteller von Windows-Software zu den Alliierten Microsofts gehören. SAP, das größte europäische Softwarehaus, konzentriert sich allerdings bislang auf größere Unternehmen, während Microsoft zunächst vor allem Unternehmen mit 25 bis 5000 Mitarbeitern bedienen will.

Mit Siebel hat Microsoft zwar eine Vertriebspartnerschaft für größere CRM-Systeme, die nach Angaben von Microsoft von dem neuen Produkt unberührt bleiben soll. Marktbeobachter gehen jedoch davon aus, dass die Abgrenzung zunehmend schwieriger werden wird, da Microsoft versuche, auch in die oberen Marktsegmente zu expandieren.

Den Preis für das Angebot nannte Thacher bisher nicht. Er werde aber "niedrig genug sein, um die Leute in Bewegung zu bringen". Das noch nicht benannte Produkt solle ab dem vierten Quartal in Nordamerika verkauft werden und 2003 in anderen Ländern an den Start gehen.

Die CRM-Software der Microsoft-Abteilung Great Plains basiert auf der neuen ".NET"-Technologie von Microsoft, bei der Dienstleistungen über das Internet bereitgestellt werden. Nach Berechnungen des Marktforschungsinstituts Giga Information Group wird der Markt für CRM-Systeme mittlerer Größe (Unternehmen mit weniger als tausend Mitarbeitern) von 490 Millionen Dollar im Jahr 2001 auf 1,4 Milliarden Dollar wachsen.

Microsoft hatte im April 2001 das Finanzsoftware-Unternehmen Great Plains für 1,1 Milliarden Dollar übernommen. In Stellenanzeigen für die Great-Plains-Einheit spricht Microsoft vom "nächsten Milliarden- Dollar-Geschäft".

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