Microsoft: Enttäuschung auf ganzer Linie - DER SPIEGEL
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Microsoft Enttäuschung auf ganzer Linie

Der Softwareriese Microsoft blieb mit seinen Quartalszahlen hinter den Analystenschätzungen zurück. Auch der Ausblick für Umsatz und Gewinn fiel bescheiden aus.
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Redmond - Wie Microsoft am Donnerstag nach New Yorker Handelsschluss mitteilte, stieg der Überschuss auf 2,738 Milliarden Dollar bzw. 49 Cent je Aktie. Nach einer Umfrage von Thomson Financial/First Call hatten Analysten im Durchschnitt mit einem Ergebnis von 51 Cent je Anteilschein gerechnet. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte Microsoft einen Überschuss von 2,45 Milliarden Dollar bzw. 44 Cent je Aktie erzielt. Der Umsatz stieg um 13 Prozent von 6,4 Milliarden auf 7,25 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt 7,3 Milliarden Dollar erwartet.

"Während wir im nächsten Quartal einen leichten Anstieg der weltweiten PC-Absatzzahlen erwarten, sind unsere Erwartungen für das künftige Niveau der IT-Unternehmensausgaben recht bescheiden", sagte Finanzvorstand John Conners. Vor diesem Hintergrund erwartet Microsoft im laufenden vierten Quartal des Geschäftsjahres, also bis Ende Juni, einen Umsatz von 7,0 bis 7,1 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 41 bis 42 Cent. Analysten hatten nach Angabe von First Call bisher im Durchschnitt einen Umsatz von 7,7 Milliarden Dollar und ein Ergebnis von 44 Cent je Anteilschein erwartet.

Auch für das nächste Geschäftsjahr 2003 enttäuschte der Softwareriese die Erwartungen der Experten. Der Umsatz werde bei 31,5 bis 32,4 Milliarden Dollar liegen, und der Gewinn sollte zwischen 1,89 und 1,92 Dollar je Aktie ausfallen, teilte das Unternehmen mit. Die Analystenprognosen lagen bei 32,6 Milliarden Dollar Umsatz und 2,01 Dollar Gewinn je Aktie.

Die Analysten von Goldman Sachs hatten die Microsoft-Aktien vor Bekanntgabe der Zahlen auf ihrer Empfehlungsliste belassen. Damit gingen sie davon aus, dass sich die Aktie im Vergleich zum Index um mehr als zehn Prozent besser entwickeln wird.

Als positiv werteten sie den Preisnachlass für die Spielekonsole X-Box. Die Preise für das Spielgerät seien zuletzt in Europa derart hoch gewesen, dass die Verkaufszahlen in den ersten Wochen nach dem Verkaufsstart "sehr enttäuschend" ausgefallen seien, schrieben die Experten in einer am Donnerstag veröffentlichten Kurzstudie. Nach zuletzt 479 Euro soll das Spielegerät für den heimischen Fernseher ab dem 26. April 299 Euro kosten.