Microsoft: Kaufzwang für Unternehmen - DER SPIEGEL
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Microsoft Kaufzwang für Unternehmen

Der Softwareriese Microsoft will Firmenkunden dazu bringen, neue Programmversionen schneller zu kaufen. Wer nicht mitmacht, dem drohen höhere Kosten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seattle - Microsoft hat ein neues Lizenzmodell für die Nutzung seiner Software in Unternehmen angekündigt. Die Veränderungen sollen am 1. Oktober 2001 in Kraft treten.

Kern des neuen Preismodells ist eine zeitliche Befristung der Rabatte für Unternehmenskunden (Lizenzen für mehr als fünf Rechner). Bisher war es möglich, die nächste Version (Update) des Programms unabhängig vom Kaufzeitpunkt für 50 bis 70 Prozent des Neupreises zu erwerben. Nach dem neuen Modell bekommen nur solche Kunden ein billiges Update, die ihre Rechner schnell aufrüsten.

Nach Angaben von Microsoft wird sich für Privatkunden und 80 Prozent der Unternehmenskunden nichts ändern. Das neue Modell könnte allein Kunden benachteiligen, die unterdurchschnittlich selten Upgrades auf neue Softwareversionen beziehen.

Analysten glauben diese Angaben nicht. "Die meisten Kunden erwerben für Microsoft Office frühestens nach vier Jahren ein Update", sagte Neil MacDonald von der Gartner Group dem Branchendienst "Cnet". Nach seinen Berechnungen müssen Unternehmen, die alle drei Jahre Updates kaufen, mit Mehrkosten von 33 bis 77 Prozent rechnen. Bei einer Software-Erneuerung alle vier Jahre entstehen laut MacDonald Mehrkosten von bis zu 107 Prozent.