Microsoft Milliardenklage wegen Diskriminierung
Washington - Dem Software-Riesen steht eine Fünf-Milliarden-Dollar-Klage ins Haus. Die Klageschrift soll am Mittwoch beim Bezirksgericht in der Hauptstadt Washington eingereicht werden. Vier Angestellte aus Washington und drei aus dem gleichnamigen US-Staat an der Westküste seien bei der Bewertung, Entlohnung und Beförderungen wegen ihrer Hautfarbe benachteiligt worden.
Vertreten werden die Kläger von Willie Gary, der schon gegen Coca-Cola und Disney wegen Diskriminierung vor Gericht gezogen ist. Der Anwalt hat für Mittwoch eine Pressekonferenz in Washington D.C. angekündigt, auf der er weitere Details der Klage bekannt geben will.
Doch damit nicht genug: Peter Browne, ehemals einer der ranghöchsten Afro-Amerikanische Manager bei Microsoft, fordert von dem Konzern 10 Millionen Dollar, weil er sich bei der Beförderung und Firmenbeteiligungen zu Unrecht benachteiligt fühlt.
In den USA sind 2,7 Prozent der Microsoft-Angestellten Schwarze, im Management sind es sogar weniger als zwei Prozent. Zusammen genommen stellen alle Minderheiten 22,7 Prozent der Microsoft-Belegschaft. Damit steht der Software-Gigant im Bereich der High Tech-Unternehmen noch nicht einmal schlecht da. Während Schwarze in der Gesamtwirtschaft rund 12 Prozent der Arbeiter und Angestellten stellen, arbeiten in dieser Branche nach Angaben der Information Technology Association insgesamt nur 6 Prozent.
Microsoft-Sprecher Dean Katz wollte zu den Vorwürfen zunächst nicht Stellung nehmen. Zunächst müsse Microsoft die Klageschriften analysieren. Katz betonte jedoch, sein Unternehmen engagiere sich für die Toleranz und Vielfalt: "Microsoft duldet keine Diskriminierung, wir behandeln alle Angestellten gleich". Vor diesem Hintergrund habe Microsoft rund 100 Millionen Dollar gespendet, um Frauen und Angehörige von Minderheiten Technologiebereich stärker zu fördern.
Erst im Oktober hatte eine schwarze Angestellte Microsoft wegen Diskriminierung aus rassistischen und sexistischen Gründen verklagt. Ein Urteil steht noch aus.