Microsoft-Motorola-Allianz: Ein Freund ist besser als keiner - DER SPIEGEL
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Microsoft-Motorola-Allianz Ein Freund ist besser als keiner

Seit geraumer Zeit versucht Microsoft weitgehend erfolglos, einen Fuß in den Markt für Mobiltelefone zu bekommen. Als erster großer Gerätehersteller will Motorola demnächst ein Windows-Handy anbieten - dem Softwareriesen wird das vermutlich wenig helfen.
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Hamburg - Der US-Mobilfunkanbieter Motorola wird möglicherweise bereits kommende Woche ein Handy mit einem Betriebssystem von Microsoft auf den Markt bringen. Die "Financial Times Deutschland" berichtet, die Mobilfunktochter von France Télécom  , Orange, habe das Handy bereits bestellt.

Microsoft versucht seit einiger Zeit, im Markt für Handy-Betriebssysteme Fuß zu fassen. Der wird vom Symbian-Konsortium dominiert, dessen Betriebssystem einen Marktanteil von über 90 Prozent hat und unter anderem auf Geräten von Nokia  , Siemens   und SonyEricsson läuft. Motorola, der zweitgrößte Endgerätehersteller der Welt, hat seine Beteiligung an Symbian kürzlich verkauft.

Microsoft   ist im Handymarkt eine klarer Underdog. Der einzige Netzbetreiber, der ein Gerät der Seattler anbietet, ist die britische Dependance von Orange - und auch die hat bisher erst winzige Stückzahlen des so genannten SPV Smartphone abgesetzt. Alle anderen großen europäischen Provider scheuen die Zusammenarbeit mit Microsoft - entweder aus Misstrauen gegenüber dem Unternehmen, dem unterstellt wird, es wolle letztendlich ähnlich wie bei PC-Betriebssystem eine Monopolstellung erreichen. Oder wegen Qualitätsbedenken: So wollte etwa T-Mobile in Deutschland eine SPV-Variante auf den Markt bringen. "Das Gerät hatte aber nicht den technischen Standard, den unseren Kunden erwarten", so ein Mitarbeiter.

Viel helfen wird die neue Allianz Microsoft vermutlich nicht. Bestenfalls, sagt Ben Wood, Handy-Analyst bei dem Beratungsunternehmen Gartner, kann Microsoft einen kleinen Glaubwürdigkeitsgewinn verbuchen, weil seine Geräte jetzt von einem renommierten Markenunternehmen produziert werden. "Aber letztlich wird auch das Microsoft nicht viel helfen".

Von Thomas Hillenbrand