Microsoft Neuer Kartellprozess wegen XP?
Washington - Sie seien besorgt über die möglichen Auswirkungen des neuen Betriebssystems Windows XP und anderer Produkte von Microsoft, erklärten die Justizminister der US-Bundesstaaten Iowa und Connecticut, Tom Miller und Richard Blumenthal, am Mittwoch.
"Microsoft scheint seine Macht zu nutzen, um Wettbewerb auf der neuen Plattform zu verhindern", sagte Miller. So seien einige in XP integrierte Angebote fragwürdig. Man habe noch keine Entscheidung über eine mögliche Klage getroffen. Sie sei aber eine Option.
Die Justizminister der beteiligten Staaten treffen sich diese Woche in Vermont, um über den Kartellrechtsprozess gegen Microsoft zu beraten. Dabei konzentrieren sie sich nach eigenen Angaben auf den laufenden Kartellrechtsprozess gegen Microsoft, der sich in der Berufung befindet. In erster Instanz hatte Bundesrichter Thomas Penfield Jackson im vergangenen Jahr entschieden, dass Microsoft in unfairer Weise seinen Browser Internet Explorer in das Betriebssystem Windows integriert habe. Er ordnete deshalb die Zerschlagung des Unternehmens in zwei Firmen an. Mit einem Urteil im Berufungsverfahren wird in nächster Zeit gerechnet.
Die Minister werden aber auch einen Vortrag von Mike Petitt hören, der Microsofts Praktiken rund um die Entwicklung von Windows XP kritisiert. Petitt ist Direktor der ProComp-Lobbygruppe, zu der die Microsoft-Rivalen Oracle, Sun und Netscape gehören.
Miller und Blumenthal erklärten, die Justizminister der Staaten würden an dem Verfahren ungeachtet der Haltung des Bundesjustizministeriums festhalten. Wie dieses sich weiter verhält, ist nach dem Wechsel im Präsidentenamt nicht klar. Der republikanische Präsident George W. Bush hatte erklärt, er halte generell nicht viel von solchen Prozessen.