Microsoft-Prozess: AMD-Chef gibt Gefälligkeitsaussage zu - DER SPIEGEL
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Microsoft-Prozess AMD-Chef gibt Gefälligkeitsaussage zu

Der Software-Gigant Microsoft hat im Kartellprozess einen herben Rückschlag erlitten. Der Chef des Chipherstellers AMD, Jerry Sanders, hat zugegeben, seine Aussage zu Gunsten von Microsoft nur auf Drängen von Bill Gates gemacht zu haben.
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Washington - Damit hat Sanders seinem Geschäftspartner womöglich einen Bärendienst erwiesen, denn er räumte gleichzeitig ein, dass er die Sachlage selbst nicht analysiert habe. Anlässlich einer Anhörung in Washington sagte Sanders am Dienstag (Ortszeit): "Wir haben gehofft, dass Microsoft AMD als die einzige verbliebene Alternative zum Monopol von Intel unterstützen wird", sagte Sanders.

In seiner Eingabe hatte der Chef des weltweit zweitgrößten Chipherstellers aus Sunnivale (Kalifornien) die Forderungen von neun US-Bundesstaaten als kontraproduktiv geschildert. Konkurrenten müssten Software für mehrere Windows-Versionen gleichzeitig entwickeln. Das werfe die Industrie um 20 Jahre zurück. Sanders räumte allerdings ein, dass er die Forderungen der Bundesstaaten selbst nie gelesen hat.

Microsoft soll nach dem Willen der Ankläger gezwungen werden, eine Basisversion des Betriebssystems Windows anzubieten. Sie werfen dem Softwarehersteller vor, seine Marktmacht mit der untrennbaren Einbindung von Anwendungsprogrammen in das Betriebssystem gegen Konkurrenzanbieter unzulässig auszunutzen. Das Justizministerium hatte sich nach dem Schuldspruch wegen Wettbewerbsverstöße mit Microsoft außergerichtlich auf Änderungen der Geschäftspraxis geeinigt. Die Bundesstaaten fordern jedoch schärfere Auflagen.

Nach Auffassung von Kevin Murphy, Volkswirt der Universität von Chicago, helfen die von den Bundesstaaten geforderten Auflagen eher der Konkurrenz als den Verbrauchern. Sanders und Murphy waren die ersten Zeugen, die Microsoft in dem Verfahren aufrief. In den vergangenen vier Wochen hatten Vertreter der Bundesstaaten ihre Argumente vorgetragen. Die Anhörungen dürften noch mehrere Wochen dauern.