Thomas Middelhoff zur Haftprüfung geladen - DER SPIEGEL
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Ex-Arcandor-Chef Gericht lädt Middelhoff zu Haftprüfung

Das Landgericht Essen will prüfen, ob Thomas Middelhoff weiter fähig ist, seine Haft abzubüßen. Das nordrhein-westfälische Justizministerium dementiert indes Vorwürfe, dass Wächter die Zelle des Ex-Top-Managers regelmäßig nachts betreten hätten.
Ex-Arcandor-Manager Middelhoff: Seltene Autoimmunerkrankung?
Ex-Arcandor-Manager Middelhoff: Seltene Autoimmunerkrankung?

Ex-Arcandor-Manager Middelhoff: Seltene Autoimmunerkrankung?

Foto: Rolf Vennenbernd/ dpa
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Das Essener Landgericht hat im Fall des ehemaligen Spitzenmanagers Thomas Middelhoff einen Haftprüfungstermin anberaumt. Die Richter hüllten sich über Ort und Zeit allerdings in Schweigen. Der Termin werde kurzfristig mit Middelhoff und seinen Anwälten stattfinden, sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag. Zu seinem Schutz wolle die Kammer keine weiteren Details veröffentlichen.

Der ehemalige Chef des früheren Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor dringt nach knapp fünfmonatigem Gefängnisaufenthalt erneut auf Entlassung aus der Untersuchungshaft. Seine Anwälte hatten am Mittwoch mitgeteilt, der Ex-Manager beantrage aus gesundheitlichen Gründen Haftprüfung.

Middelhoff befinde sich den Angaben zufolge in der Universitätsklinik Essen. Die Ärzte gingen von einer seltenen Autoimmunerkrankung aus, die sich in der Haft verschlimmert habe. "Der über Wochen praktizierte und unter keinem denkbaren Gesichtspunkt gerechtfertigte Schlafentzug in der JVA Essen und die sodann eingetretene gravierende und nur unzulänglich behandelte Autoimmunerkrankung liegen in der Verantwortung der Justiz", teilten die Anwälte mit.

Nachts alle Viertelstunde das Licht kurz eingeschaltet

Das nordrhein-westfälische Justizministerium erklärte indes, Middelhoffs Zelle sei bei nächtlichen Kontrollen gar nicht von JVA-Mitarbeitern betreten worden. "Die Zellentür wurde nicht geöffnet", so ein Sprecher. Dies ergebe sich aus dem Meldebuch der entsprechenden Abteilung in der JVA Essen. Darin hätte ein nächtliches Betreten der Zelle vermerkt werden müssen. Solche Einträge gebe es aber nicht.

Vielmehr habe die Überwachung im Rhythmus von etwa 15 Minuten durch den Türspion stattgefunden, sagte der Sprecher. Dabei werde nachts von außen das Licht in der Zelle "für einen kurzen Moment" eingeschaltet, um die Vitalfunktionen des Inhaftierten zu überprüfen.

Middelhoff, der vergangene Woche Privatinsolvenz anmeldete, war Mitte November vom Landgericht Essen wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt und noch im Gerichtssaal festgenommen worden. Richter Jörg Schmitt ordnete mit der Begründung der Fluchtgefahr Untersuchungshaft für Middelhoff an.

Middelhoff hat wiederholt Haftbeschwerde eingelegt. Die vorherige wurde Mitte März trotz eines Kautionsangebots von rund 900.000 Euro abgewiesen.

ssu/ts/AFP/Reuters

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