Karges Weihnachtsmenü im Knast Margarinestulle für Middelhoff
Ex-Arcandor-Chef Middelhoff: Bescheidene Weihnachten
Foto: Roland Weihrauch/ dpaDer frühere Arcandor-Chef Thomas Middelhoff dürfte an Heiligabend schon mal besser gegessen haben: Hering in Tomatensoße, dazu Brot, Margarine und Tee stehen für abends auf dem Speiseplan der Justizvollzugsanstalt (JVA) Essen. Morgens gibt es Fleischwurst mit Margarine, Brot und Tee, mittags eine Chinapfanne mit Reis; dazu immerhin noch Salat und Obst.
Im Gegensatz zu Ex-FC-Bayern-Chef Uli Hoeneß darf Middelhoff die Weihnachtstage nicht als Freigänger bei seinen Lieben verbringen. Wegen Fluchtgefahr wurde in der letzten Woche seine Haftbeschwerde beim Oberlandesgericht in Hamm abgelehnt. In der JVA ist er Untersuchungsgefangener, bis seine Verurteilung zu drei Jahren Haft wegen mehrfacher Untreue und Steuerhinterziehung rechtskräftig wird.
Seit seiner Verurteilung und der anschließenden Verhaftung am 14. November muss sich der einstige Supermanager an die Unbill des Strafvollzugs gewöhnen. Dazu gehört Anstaltskleidung, die vor ihm schon andere getragen haben, und eben eine vergleichsweise bescheidene Verköstigung.
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Nicht einmal Kaffee gibt es in der JVA Essen, den müssen sich Häftlinge von ihrem schmalen Taschengeld selbst im Knastladen kaufen. Auch das dürfte eine neue Erfahrung für den Mann sein, der zur Verhandlung im Landgericht Essen noch im Bentley Cabrio vorfuhr.
Das Essen jedenfalls wird auch an den übrigen Tagen im Knast nicht viel opulenter - und Wein gibt es selbstverständlich auch nicht dazu. Am 1. Weihnachtstag gibt es Stollen und Kakao zum Frühstück, mittags ein halbes Hähnchen mit Kartoffeln und Rotkohl, abends Bauernsalat mit Schafskäse.
Der 2. Weihnachtstag könnte, kulinarisch betrachtet, besser ausfallen: Es gibt mittags Wildgulasch und einen Berliner zum Nachtisch. Abends Brie zum obligatorischen Brot mit, richtig geraten, Margarine.