Miese Quartale Deutsche Wirtschaft steckt im Sommerloch
Berlin - Speziell die Baubranche muss sich auf einen tristen Sommer einstellen. Angesichts zuletzt schwächerer Zahlen bei der Produktion und dem Auftragseingang zeichne sich für das Produzierende Gewerbe erstmals seit vier Jahren ein Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität ab, heißt es im am Donnerstag veröffentlichten DIW-Konjunkturbarometer. Insgesamt sei für die Monate April bis Juni ein Wachstum von 0,2 Prozent zu erwarten. Für das dritte Quartal rechnen die Berliner Forscher mit 0,3 Prozent. weiter.
Containerschiff: Die deutsche Wirtschaft kann ihr Potenzial nicht nutzen
Foto: DDPDer Bereich Handel, Gaststätten und Verkehr werde voraussichtlich wieder etwas Fahrt aufnehmen und um 0,6 Prozent expandieren. Gut zwei Drittel des Wachstums im dritten Quartal steuern demnach die anderen Dienstleistungssektoren bei: Die unternehmensnahen Dienstleistungen wachsen um 0,6 Prozent, während die öffentlichen und privaten Dienstleistungen um knapp 0,3 Prozent zulegen.
Zuvor hatte auch das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) eine wirtschaftliche Delle prognostiziert. Im späteren Verlauf des Jahres und 2009 dürfte die Wirtschaft aber wieder anziehen, schrieben die Forscher.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück rechnet nach dem Einbruch der Wachstumskurve mit einer Stabilisierung im weiteren Jahresverlauf. "Wir werden ein schlechtes zweites Quartal haben", sagte Steinbrück am Donnerstag in Berlin. Danach aber werde sich das Wachstum im dritten und vierten Quartal wieder verstetigen.
Experten wie dem Bundesbankpräsidenten Axel Weber zufolge könnte das von der Regierung angenommene Wachstum von 1,7 Prozent in diesem Jahr sogar übertroffen werden. Auch die Prognose von 1,2 Prozent für das kommende Jahr sei "nicht irreal", sagte der SPD-Politiker. Nicht die Leistungskraft der deutschen Wirtschaft nehme ab, es gebe aber Probleme bei der Auslastung ihres Potenzials. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um 2,5 Prozent gewachsen.
mik/Reuters/ddp