Miese Rendite: Sparprogramm soll BMW-Aktienkurs ankurbeln - DER SPIEGEL
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Miese Rendite Sparprogramm soll BMW-Aktienkurs ankurbeln

BMW-Chef Reithofer ist unzufrieden: Die Entwicklung des Aktienkurses im vergangenen Jahr sei "keine Erfolgsstory", so sein Fazit auf der Hauptversammlung. Ein striktes Sparprogramm soll nun für neuen Schwung sorgen. Das Trostpflaster für die Mitarbeiter: eine hohe Erfolgsbeteiligung.
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München - BMW-Chef Norbert Reithofers Parole für die kommenden Monate ist klar: "Wir müssen, wir wollen und wir werden wieder profitabler werden", erklärte er auf der Hauptversammlung. Dafür will BMW bis 2012 sechs Milliarden Euro einsparen, vor allem im Einkauf, aber auch durch Stellenabbau.

Handlungsbedarf besteht durchaus: Der Kurs der BMW-Stammaktie ist in den ersten vier Monaten 2008 noch einmal um 15 Prozent zurückgegangen. Durch die neue Strategie namens "Number One" sollen auch Investoren größeres Kurspotential in der BMW-Aktie sehen. Reithofer sagte, damit könne der Konzern auch Herausforderungen wie der Dollarschwäche, steigenden Rohstoffpreisen oder dem Klimaschutz begegnen.

Zum Fortgang des Stellenabbaus sagte der BMW-Chef, "einige hundert" Mitarbeiter hätten freiwillig Abfindungsverträge unterschrieben. Genaue Zahlen gibt BMW nicht bekannt. Insgesamt sollen bis Jahresende 8100 Stellen wegfallen, davon 2500 feste Jobs in Deutschland und 600 weltweit. Kündigungen sind bis Ende 2013 ausgeschlossen.

Auch nach dem Stellenabbau beschäftige BMW rund drei Viertel der Mitarbeiter in Deutschland, während 80 Prozent des Umsatzes im Ausland erwirtschaftet würden, sagte der Konzernchef. Weltweit arbeiten 107.500 Menschen für den Münchner Autobauer.

Mitarbeiter erhalten hohe Erfolgsbeteiligung

Doch das Sparprogramm war nicht die einzige Nachricht, die Reithofer für seine Mitarbeiter hatte. Es gab auch gleich ein Trostpflaster für sie: Die 72.000 Beschäftigten in Deutschland erhalten durchschnittlich 5600 Euro Erfolgsbeteiligung, 200 Euro mehr als im Jahr zuvor und auch mehr als die 5300 Euro, die Audi und Volkswagen zahlen. Porsche-Mitarbeiter bekommen 5200 Euro. Bei BMW ist der Bonus gestaffelt. Denn obwohl die Aktie vor sich hin dümpelt - das Jahr 2007 war bei BMW ein Rekordjahr.

Für 2008 hält der BMW-Chef an der Prognose fest, wonach das Ergebnis vor Steuern über dem bereinigten Vorjahreswert von 3,78 Milliarden Euro liegen soll. Nach dem Verkauf von 1,5 Millionen Autos im Vorjahr steuert der Konzern 2008 neue Höchstwerte für alle drei Marken - BMW, Mini und Rolls-Royce - an.

Reithofer bekräftigte, die Aktionäre würden künftig stärker am Gewinn beteiligt. "Für uns ist die Dividendenerhöhung für 2007 ein erster Schritt." Die Hauptversammlung soll die Dividende pro Stammaktie auf 1,06 Euro und pro Vorzugsaktie auf 1,08 Euro beschließen, das ist ein Plus von je rund 50 Prozent. BMW schüttet damit insgesamt 694 Millionen Euro aus, fast die Hälfte geht an die Großaktionärsfamilie Quandt.

ase/Reuters