Mieses Geschäft Post-Gewinn bricht um 20 Prozent ein
Düsseldorf - Immerhin: Der Umsatz ist leicht auf 15,7 Milliarden Euro gestiegen. Doch der operative Gewinn (Ebit) sank um 15 Prozent auf 851 Millionen Euro, wie der Konzern am Mittwoch in Bonn mitteilte. Unterm Strich schrumpfte der Überschuss sogar von 499 auf 407 Millionen Euro.
Allein die Express-Sparte mit dem verlustträchtigen US-Geschäft verbuchte im Auftaktquartal einen Ebit-Rückgang um 32 Prozent auf 21 Millionen Euro. Bis Ende des Monats will der Konzern ein Sanierungskonzept für die Sparte vorlegen, über das der Aufsichtsrat am 28. Mai beraten soll.
"Das Quartal war in der Tat von einer schwachen amerikanischen Wirtschaft beeinflusst", erläuterte Finanzchef John Allan. Mit den Ergebnissen der Express-Sparte sei der Konzern "nicht zufrieden".
Zudem schlugen bei dem traditionellen Ertragsbringer Postbank einmalige Aufwendungen in einer Gesamthöhe von 174 Millionen Euro zu Buche. Der Gewinn vor Steuern war bei der Postbank im Zeitraum von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahresquartal um gut ein Viertel auf 166 Millionen Euro zurückgegangen.
Um die Postbank ranken sich seit Monaten Übernahmespekulationen, nachdem die Konzernmutter angekündigt hatte, neu über die Zukunft des Instituts nachzudenken. Eine rasche Entscheidung sei aber nicht zu erwarten, bekräftigte Allan. Das Institut entwickele sich gut, es bestehe kein Handlungsdruck.
Frühes Osterfest kostet Geld
Negativ schlug sich in der Quartalsbilanz der Post auch das in diesem Jahr frühe Osterfest nieder - damit fehlten im Vergleich zum Vorjahr zwei Arbeitstage. Dieser Effekt soll aber im zweiten Quartal wieder wettgemacht werden. Die Geschäfte hätten sich im April gut entwickelt, betonte Allan.
Insgesamt verfehlte die Post mit ihren Zahlen für das erste Quartal die Erwartungen von der Nachrichtenagentur Reuters befragter Analysten. Diese hatten im Schnitt einen Umsatz von 15,98 Milliarden Euro, ein Ebit von 930 Millionen Euro und einen Gewinn nach Minderheiten von 456 Millionen Euro vorausgesagt.
Die Post betonte, sie sei sich der Unsicherheiten hinsichtlich der weltweiten Konjunktur bewusst und sehe "zu diesem Zeitpunkt" keinen Grund, von ihrer Jahresprognose abzurücken. Sie erwarte für 2008 weiterhin ein Ebit von rund 4,2 Milliarden Euro vor Einmaleffekten. Allan schloss aber nicht aus, dass der Bonner Konzern seinen Ausblick "noch oben oder nach unten" ändern könnte. Dies hänge von der Entwicklung der Weltkonjunktur ab, sagte er. Der Konkurrent FedEx hatte Anfang Mai seine Gewinnerwartung wegen des hohen Ölpreises und der lahmenden US-Konjunktur gesenkt.
ase/dpa-AFX/Reuters