Mieterwechsel Gasprom will in Bahn-Tower einziehen
Berlin - Der gegenwärtige Gasprom-Deutschlandsitz in Berlin Mitte ist zu klein, findet der russische Energieriese. Gerade einmal 6000 Quadratmeter stehen den 120 Mitarbeitern der Zentrale dort zur Verfügung.
Wie praktisch, dass nächstes Jahr ein sehr viel größeres Gebäude frei wird - das mit seiner zentralen Lage und dem schicken Glasdesign sehr viel mehr der Eigenwahrnehmung des Konzerns entspricht: der Bahn-Tower am Potsdamer Platz. Die Bahn will aus dem Gebäude Ende 2009 oder Anfang 2010 ausziehen. Wie die "Morgenpost" meldet, soll nun Gasprom Interesse angemeldet haben, das Gebäude dann vom Eigentümer Morgan Stanley zu mieten.
Insider wiegeln im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE ab: Es gebe mehrere Unternehmen, die "sehr interessiert" seien. Vor allem für Firmen mit Fokus "in Richtung Osten" sei Berlin als Deutschlandsitz sehr attraktiv.
Besonders amüsant dürften es Berlins Politiker nicht gerade finden, dass womöglich ausgerechnet der umstrittene russische Staatskonzern in den repräsentativen Glaspalast neben dem noblen Ritz-Carlton-Gebäude einzieht. Viel tun könnten die Politiker gegen das Geschäft wohl nicht. Morgan Stanley wollte den Bericht nicht kommentieren.
Aus Gasprom-Kreisen hieß es, die Meldung sei Unsinn - vermutlich sei sie von interessierter Seite gestreut worden, um den Mietpreis zu steigern. Gasprom wolle sich in Deutschland lieber unauffällig verhalten, das Gebäude sei außerdem viel zu groß.
ase/AFP