Milberg BMW hat aus Rover-Debakel gelernt
München - BMW prophezeit steigende Absatzzahlen für das kommende Jahr. Nach dem Verkauf von Rover habe der Konzern "Potential für überdurchschnittliches profitables Wachstum", sagte der Vorstandschef.
Im ersten Quartal 2000 sei der Absatz der BMW-Stammmarke um weitere acht Prozent auf 197.000 Autos gestiegen, frohlockte Milberg und dieser Trend "wird sich auch im weiteren Verlauf des Jahres fortsetzen". In Europa und Asien, vor allem aber in den USA laufe das Geschäft hervorragend.
Während in den ersten drei Monaten nur noch 55.000 Rover-Wagen verkauft worden seien und die Zahlen somit erneut um sieben Prozent absackten, habe der BMW-Konzern seine Verkaufszahlen im ersten Quartal um vier Prozent auf 302.000 Fahrzeuge gesteigert. Der neue 3er-BMW sei im vergangenen Jahr eine halbe Million Mal verkauft worden, so Milberg. Der geplante 2er-BMW, der in der unteren Mittelklasse dem Golf Konkurrenz machen soll, werde eine ähnliche Variantenvielfalt wie der 3er aufweisen.
Finanzchef Helmut Panke sagte für das laufende Jahr einen Jahresüberschuss noch über dem Rekordgewinn von 663 Millionen Euro im Vorjahr voraus. Die Jahresbilanz 1999 hatte wegen der außerordentlichen Aufwendungen für Rover allerdings ein Minus von 2,5 Milliarden Euro ausgewiesen.
Der BMW-Chef weint Rover offenbar keine Träne nach: "Die Marke war eben nicht stark genug". Vor allem die britischen Autokäufer hätten sich gegen Rover entschieden. "Der Vorwurf, wir hätten uns nur halbherzig für die Marke und seine Mitarbeiter engagiert, ist absurd", verteidigte sich Milberg. Kein Eigner habe je soviel in Rover investiert. Die Downing-Street sei unentwegt darauf hingewiesen worden, dass der hohe Kurs des Pfundes für Rover auf Dauer nicht tragfähig sei. Die britische Regierung habe aber die Warnungen nicht ernst nehmen wollen. Alle Produktivitätssteigerungen seien wegen der starken britischen Währung ins Leere gelaufen. Allein im vergangenen Jahr betrug der BMW-Verlust 1,2 Milliarden Euro. Den Gesamtverlust für das Rover-Engagement bezifferte Panke auf etwa neun Milliarden Mark.