Militärtransporter A400M-Desaster belastet EADS
Paris - EADS hadert mit dem Militärtransporter A400M: Das schwächelnde Projekt könnte weitere finanzielle Belastungen für den Airbus-Mutterkonzern nach sich ziehen. "Wir müssen technische und finanzielle Lösungen mit unseren Partnern finden", sagte EADS-Chef Louis Gallois in Hinblick auf die laufenden Verhandlungen mit den sieben europäischen Erstabnehmerstaaten. Probleme mit dem Triebwerk haben die Auslieferung der Maschine schon mehr als zwei Jahre verzögert.
Die teuren Verspätungen bei dem Transporter belasten auch die EADS-Bilanz. Im ersten Quartal sank der Konzerngewinn von 285 Millionen auf 170 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) brach in Jahresfrist sogar von 769 Millionen auf 232 Millionen Euro ein. Alleine die A400M habe das Ebit mit 120 Millionen Euro belastet, teilte EADS am Dienstag mit. Der Umsatz fiel um gut eine Milliarde auf 8,5 Milliarden Euro, weil bei Airbus das Geschäft einbrach.
Dennoch bekräftigte EADS den Ausblick. Trotz zahlreicher Auftragsstornierungen durch Airbus-Kunden bleibt der Auftragsbestand mit 413 Milliarden Euro auf sehr hohem Niveau, hieß es. Der Umsatz soll sich danach 2009 weitgehend auf Vorjahresniveau bewegen.
Das Ebit vor Einmaleffekten werde indes unter Vorjahresniveau, aber noch deutlich positiv ausfallen. Dabei werde das Ergebnis von steigenden Kosten für Forschung und Entwicklung sowie von wesentlich schlechteren Geschäften zur Wechselkurssicherung, sinkenden Preisen und höheren Kundenfinanzierungen belastet. Dies werde nur in Teilen durch weitere Einsparungen ausgeglichen. "Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen bleibt EADS robust", beteuerte EADS-Chef Gallois dennoch.