Milliarden-Deal Telekom kappt die Kabel
Bonn - Liberty übernimmt die Kabelgesellschaften in Hamburg/Schleswig-Holstein/Mecklenburg-Vorpommern, Bremen/Niedersachsen, Rheinland-Pfalz/Saarland, Berlin/Brandenburg, Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen und Bayern zu 100 Prozent. In den sechs Regionen sind rund zehn Millionen Haushalte an das TV-Kabelnetz angeschlossen.
Der Kaufpreis soll bei rund fünf Milliarden Euro liegen. Damit will die Telekom einen Teil ihrer Schulden tilgen. Der Konzern versucht seine Verbindlichkeiten von rund 56,8 Milliarden Euro bis zum Ende des ersten Quartals in diesem Jahr um elf bis 14 Milliarden Euro zu reduzieren.
Die nun vereinbarte vollständige Trennung der Telekom vom Kabelnetzgeschäft, das für Kommunikationsdienste als Zugang zum Endkunden und für multimediale Anwendungen genutzt werden kann, begründete das Unternehmen mit dem von Liberty gebotenen Kaufpreis. "Wir haben immer gesagt, dass wir uns auch vollständig von Kabelnetzgesellschaften trennen, wenn der Kaufpreis stimmt", sagte ein Telekom-Sprecher in Bonn. Ursprünglich wollte das Unternehmen 45 Prozent der Anteile behalten.
Ebenso würden die auf diese Regionen entfallenden Aktivitäten der Deutsche Telekom Kabel-Services GmbH (DeTeKS) und die Media Services GmbH (MSG) von Liberty übernommen. Einem entsprechenden Eckpunktevertrag hätten die Vorstände beider Unternehmen zugestimmt. Die detaillierten Transaktionsverträge sollten im Juli abgeschlossen werden. Die Kartellbehörden müssen der Übernahme der Kabelgesellschaften noch zustimmen. Die Telekom hatte bereits die Kabelfernsehnetze in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen verkauft. Dort hatten die neuen Eigner allerdings nur Mehrheitsanteile erhalten.