Milliarden-Debakel: Bernanke schimpft auf AIG-Manager - DER SPIEGEL
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Milliarden-Debakel Bernanke schimpft auf AIG-Manager

So deutliche Worte findet der US-Notenbankchef selten: Ben Bernanke hat sich tief verärgert über das Milliarden-Debakel beim Versicherungsriesen AIG gezeigt - die verantwortlichen Manager seien "unverantwortliche Risiken" eingegangen. Die Börse drehte nach der Brandrede ins Minus.
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Washington - US-Notenbankchef Ben Bernanke hat seinem Ärger über den Versicherungskonzern AIG Luft gemacht. Das Unternehmen hatte am Montag einen Rekordverlust von 100 Milliarden Dollar bekannt gegeben - und erneut Staatshilfe in Anspruch genommen.

"Wenn es in den vergangenen 18 Monaten ein einziges Ereignis gab, dass mich wütend gemacht hat, dann fällt mir nichts anderes als AIG ein", sagte Bernanke am Dienstag vor einem Ausschuss des US-Senats in Washington. "Die Situation bei AIG beunruhigt mich sehr." Der Versicherungskonzern habe sich "im Grunde genommen wie ein Spekulationsfonds" verhalten und sei "unverantwortliche Risiken" eingegangen, kritisierte der Fed-Chef.

Bernanke äußerte sich einen Tag, nachdem die US-Regierung weitere 30 Milliarden Dollar für AIG bereitstellte, um den Kollaps des Unternehmens abzuwenden. Der Notenbankchef verteidigte allerdings die Finanzhilfe, weil ein Zusammenbruch von AIG "verheerende Auswirkungen auf das Finanzsystem der Welt gehabt hätte".

An der Börse sorgte Bernankes Rede erneut für Unruhe. Der Chefbanker hatte die wirtschaftlichen Aussichten als weiterhin unsicher beschrieben und mehr Anstrengungen gefordert, um finanzielle Stabilität zu erreichen.

Der Dow Jones   schlitterte noch tiefer unter die Marke von 7000 Punkten, unter die er am Montag erstmals seit Oktober 1997 gefallen war. Am Abend notierte der Leitindex 0,5 Prozent im Minus. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,8 Prozent. In Deutschland schloss der Dax   auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2003 - bei 3690 Punkten belief sich das Minus auf 0,5 Prozent.

Neben Bernankes Kommentar drückte auch eine Erklärung von US-Präsident Barack Obama die Stimmung. Er hatte gesagt, dass er keine schnelle Erholung der Wirtschaft erwarte. Die Wirtschaftsleistung im letzten Quartal 2008 sei die schlechteste seit 25 Jahren gewesen. Und das erste Quartal des laufenden Jahres gebe wenig Hoffnung auf Besserung, sagte Obama.

wal/AFP/Reuters