Milliarden-Investition VW baut Kleinlaster in China
Wolfsburg - Die deutschen VW-Vertreter lavieren noch, die chinesischen sagen es bereits offen: "Wir werden in China den T4 bauen", verriet der chinesische VW-Chefrepräsentant Zhang Suixin der "Financial Times Deutschland". Der Transportwagen werde gemeinsam mit dem lokalen Partner FAW gefertigt.
VW hatte bereits im Grundsatz angekündigt, in China bis 2007 rund drei Milliarden Euro zu investieren. Der dortige Markt ist für den Autokonzern als Auslandsmarkt inzwischen wichtiger als Amerika, zuletzt verkaufte VW sogar mehr Autos an Chinesen als an Deutsche. Über den genauen Produktionsstandort für den T4 werde noch verhandelt, so der "FTD"-Bericht.
Offiziell heißt es bei den Volkswagen-Sprechern in Wolfsburg noch, man werde in den kommenden Monaten Entscheidungen über die Erweiterung von Produktionskapazitäten in China treffen. Der Aufsichtsrat könnte bereits auf der nächsten Sitzung nach der Sommerpause über entsprechende Pläne informiert werden und diese dann beschließen.
"Tut uns richtig weh"
Schon vorher war aber bekannt, dass VW seit längerem intensiv über den Bau eines weiteren Werkes in China nachdenkt. Denn die Kapazität soll von derzeit 750.000 Einheiten bis 2007 auf eine Millionen Fahrzeuge steigen. Dass mittelfristig dort neben Pkw vor allem auch leichte Nutzfahrzeuge verkauft werden sollen, war ebenfalls bekannt.
Der VW-Betriebsrat hatte am Donnerstag mitgeteilt, VW wolle in China in den Bau von zwei neuen Werken investieren. Nähere Einzelheiten dazu nannte der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Klaus Volkert, aber nicht.
Dieses Jahr will VW 600.000 Fahrzeuge in China absetzen, nach dem Rekordwert von 513.000 im Jahr 2002. Bis 2007 soll der Absatz auf eine Million Autos pro Jahr steigen. Dabfür wird die Kapazität der beiden als Joint Venture mit chinesischen Partnern betriebenen Standorte in Schanghai und Changchun nicht ausreichen.
Volkert äußerte sich in Emden am Rande einer Sitzung des Konzernbetriebsrats auch zur schwierigen Absatzlage in den USA. Der hohe Dollar-Kurs "tut uns richtig weh", sagte er. Die Konjunkturlage bewertete er insgesamt dennoch mit vorsichtigem Optimismus: "Bei Betrachtung der letzten Monatszahlen müsste es eigentlich aufwärts gehen. Wenn im zweiten Halbjahr jedoch kein Aufschwung stattfindet, besteht für uns Handlungsbedarf." Allerdings gehe es dabei nicht um Entlassungen, sondern um Sparmaßnahmen. So müsse zum Beispiel geprüft werden, ob Produktionsanteile "wieder von außen nach innen" verlegt werden.