Milliarden-Minus Arbeitsagentur geht das Geld aus
Düsseldorf - Die steigende Arbeitslosigkeit reißt tiefe Löcher in die Kassen der Bundesagentur für Arbeit. Wie das "Handelsblatt" berichtet, zeigen interne Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, dass die Agentur kommendes Jahr 14 Milliarden Euro Defizit machen wird. In diesem Jahr belaufe sich das Minus auf neun Milliarden Euro.
Ein besonderes Problem werde die Neuregelung des Bundeszuschusses, heißt es weiter. Dabei geht es um knapp acht Milliarden Euro, die der Bund an die Agentur abführt. Seit diesem Jahr werde der Betrag aber nicht mehr in zwölf gleichen Monatsraten überweisen, sondern auf einen Schlag am Jahresende, schreibt das "Handelsblatt". Das bringe dem Bund Zinsgewinne, die eigentlich der Bundesagentur zustünden.
Angesichts der prekären Finanzlage muss sich die Nürnberger Behörde spätestens im zweiten Quartal 2010 Geld leihen, um ihren laufenden Verpflichtungen nachzukommen, heißt es weiter. Den Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft zufolge steigt der Liquiditätsbedarf der Agentur im Jahresverlauf 2010 auf einen zweistelligen Milliardenbetrag. Ende 2008 hatte die Bundesagentur laut "Handelsblatt" noch über ein Finanzpolster von fast 17 Milliarden Euro verfügt.