Milliarden-Plus: Experten erwarten mehr Steuereinnahmen - DER SPIEGEL
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Milliarden-Plus Experten erwarten mehr Steuereinnahmen

Bund, Ländern und Kommunen winken in diesem Jahr nach Ansicht von Steuerschätzern höhere Einnahmen. Grund ist der gute Konjunkturverlauf. Damit könnte Deutschland schneller als erwartet die EU-Defizitregeln wieder einhalten.
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Berlin - Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel erwartet nach Angaben von Steuerschätzer Alfred Boss, dass Bund, Länder und Kommunen rund fünf Milliarden Euro mehr einnehmen werden als noch in der letzten Steuerschätzung im November angenommen. Dies berichtet heute die "Berliner Zeitung". Nach Einschätzung des Steuerexperten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, Dieter Vesper, liegen die Einnahmen sogar bis zu sechs Milliarden über der Schätzung des vergangenen Herbstes.

Boss und Vesper gehören dem Kreis der Steuerschätzer an, der zweimal im Jahr im Auftrag des Bundes die Steuereinnahmen prognostiziert. Die nächste Berechnung legt das Expertengremium am 11. Mai vor.

Angesichts der günstigeren Konjunkturentwicklung gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die Steuerschätzer ihre Vorhersagen nach oben korrigieren werden. "Die Prognose im Mai wird vor dem gesamtwirtschaftlichen Hintergrund mit Sicherheit höher liegen als noch im November", sagte Vesper. Damals rechneten die Steuerschätzer für das Jahr 2006 mit einem Steueraufkommen für Bund, Länder und Kommunen von 457,4 Milliarden Euro. Hauptgrund für die günstigere Entwicklung sind vor allem die steigenden Gewinne der Unternehmen.

Das DIW und das Kieler Institut rechnen angesichts der günstigen Entwicklung damit, dass Deutschland schon in diesem Jahr erstmals wieder die Drei-Prozent-Defizitgrenze einhalten wird. Damit würde Deutschland bereits in diesem Jahr das Maastricht-Kriterium erfüllen - ein Jahr früher als von Bundesfinanzminister Steinbrück offiziell vorgesehen.

suc/ddp