Milliarden-Übernahme: Russlands Rockefeller schmiedet Öl-Titanen - DER SPIEGEL
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Milliarden-Übernahme Russlands Rockefeller schmiedet Öl-Titanen

Der reichste Mann und mächtigste Konzernherr Russlands ist er bereits, doch Michail Chodorkowski, 39, gibt sich nicht zufrieden: Nach einer Übernahme steigt sein Konzern in die Weltliga der Öl-Giganten auf - gleich neben BP und Royal Dutch/Shell.
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Moskau - Gemunkelt wurde an der Moskauer Börse schon seit längerem, am frühen Dienstag kam die Bestätigung: Chodorkowskis Mineralölkonzern Yukos übernimmt den kleineren Konkurrenten Sibneft. Chef des Unternehmens, das YukosSibneft heißen soll, werde Chodorkowskij bleiben.

Yukos ist bereits heute vor dem Rivalen Lukoil der größte Ölkonzern im rohstoffreichen Russland, Sibneft rangiert auf Platz fünf. Nach der Fusion wäre Yukos nach Fördermenge ähnlich groß wie BP und Shell und würde ChevronTexaco und TotalFinaElf deklassieren. Zugleich würde Yukos ähnlich viel Öl pro Jahr fördern wie das gesamte Emirat Kuweit. Der Konzern wäre das größte Unternehmen in ganz Russland und hätte damit den Erdgas-Giganten Gasprom abgehängt.

Yukos und Sibneft gelten nach Jahren der Intransparenz und Korruptionsvorwürfen inzwischen als moderne, an westlichen Kapitalmarkt- und Management-Standards ausgerichtete Konzerne. Chodorkowski und Sibneft-Großaktionär Roman Abramowitch gehören auch dank ihrer Drähte in der Politik zu den mächtigsten Konzernherren des Landes. Beide hatten in der Ära Jelzin zu teils extrem günstigen Preisen früher staatliche Ressourcen und Unternehmen übernehmen können.

Nach einer Mitteilung vom Morgen wird Yukos für einen 20-Prozent-Anteil an Sibneft zunächst drei Milliarden Dollar zahlen. Später soll Yukos Sibneft dann komplett übernehmen. Den Aktionären werde ein faires Angebot unterbreitet, hieß es - in genauer Kaufpreis wurde aber noch nicht genannt. Noch muss die Anti-Monopol-Behörde der Gründung des neuen Konzerns zustimmen, der rund ein Drittel des russischen Öls fördern würde. Chodorkowsij teilte mit, man rücke dem Ziel näher, ein globaler Marktführer zu werden.

Yukos ist trotz seiner Erfolge zuletzt unter Zugzwang geraten, weil der britische Rivale BP zum Jahresbeginn die Übernahme des drittgrößten russischen Ölkonzerns TNK für fast sieben Milliarden Dollar beschlossen hatte. Der geplante Merger mit Sibneft wird wahrscheinlich garantieren, dass Yukos wegen seiner dadurch erreichten Größe nicht mehr von ausländischen Konzernen geschluckt werden kann.