Milliardenauftrag: Airbus-Konzern sticht Boeing aus - DER SPIEGEL
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Milliardenauftrag Airbus-Konzern sticht Boeing aus

Neues Debakel für den Luftfahrtgiganten Boeing. Nachdem das Pentagon einen Großauftrag für Tankflugzeuge vorerst gestoppt hat, entschied sich nun die britische Luftwaffe einem Zeitungsbericht zufolge für die Maschinen des europäischen Airbus-Herstellers EADS. Auftragsvolumen: knapp 19 Milliarden Euro.
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London - Der Großauftrag der Royal Air Force über 13 Milliarden Pfund (18,8 Milliarden Euro) gehe an ein Konsortium aus EADS, Turbinenhersteller Rolls Royce, und den beiden Rüstungskonzernen Cobham (Großbritannien) und Thales (Frankreich), berichtet der "Guardian". Die EADS-Aktie legte daraufhin im frühen Handel deutlich zu und setzte sich mit plus 5,23 Prozent auf 18,51 Euro an die Spitze im MDax.

Bei den umgebauten Zivilflugzeugen, die Kampfflugzeuge in der Luft betanken können, steht EADS in scharfer Konkurrenz mit dem US-Rivalen Boeing. Dieser hatte sich gemeinsam mit dem britischen Konzern BAe Systems um den Rüstungsauftrag beworben.

Experten zufolge hat die Entscheidung auch eine politische Dimension. Im vergangenen Jahr hatte die US-Luftwaffe einen Auftrag für 100 Tankflugzeuge ohne Ausschreibung an Boeing vergeben. Medienberichten zufolge war das gegnerische Angebot von EADS deutlich günstiger. Außerdem sorgte die Tatsache für Verstimmung, dass der ehemalige Boeing-Finanzchef Mike Sears eine hochrangige Ex-Mitarbeiterin des Pentagon eingestellt hatte. Im Zuge dieser Affäre musste nicht nur er, sondern auch sein Chef Phil Condit den Hut nehmen. Das US-Verteidigungsministerium hat den Auftrag über rund 21 Milliarden Dollar auf Eis gelegt, bis eine Untersuchung der Auftragsvergabe abgeschlossen ist.

Im zivilen Bereich musste sich Boeing 2003 seinem Hauptkonkurrenten erstmals in zweifacher Hinsicht geschlagen geben. Airbus hat im vergangenen Jahr mit 300 Maschinen etwas mehr neue Flugzeuge ausgeliefert als der US-Konzern, der auf 280 Auslieferungen kommt. Auch für 2004 liegen die Bestellungen bei Airbus mit knapp 300 Flugzeugen über denen von Boeing (275 bis 290 Maschinen).