Milliardenauftrag: Bundeswehr rettet MobilCom - DER SPIEGEL
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Milliardenauftrag Bundeswehr rettet MobilCom

Die Bundeswehr hat nach längerer Suche nun einen Partner für das milliardenschwere IT-Projekt "Herkules" gefunden. Der gut 6 Milliarden Euro umfassende Auftrag solle an das Konsortium Isic 21 vergeben werden, zu dem auch der angeschlagene Mobilfunkkonzern MobilCom gehört.
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Berlin - Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte damit am Dienstag in Berlin einen Bericht des "Handelsblatts". Man erwarte nicht, dass es nach den bevorstehenden intensiven Prüfung noch zu unüberwindbaren Probleme komme, sagte der Sprecher.

Zu dem Konsortium gehören CSC Ploenzke, EADS und MobilCom. Das Nachsehen hat das konkurrierende Konsortium, zu dem die Deutsche Telekom, IBM und Siemens gehören. Deren Angebot rangiere auf Platz zwei, sagte der Sprecher. Er sprach von einem wesentlichen Baustein für die Bundeswehrreform. Das IT-Management der Bundeswehr solle damit erheblich effizienter werden. Es werde mit Hochdruck verhandelt, um so schnell wie möglich zu einem Abschluss zu kommen.

Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) hatte im April die Frist für die Partnersuche verlängert, nachdem diese sich komplexer und zeitaufwendiger als ursprünglich erwartet herausgestellt hatte. Deshalb soll auch der Hauptvertrag für das im vorigen Jahr gestartete Projekt dem Parlament erst nach der Sommerpause vorgelegt werden. Anfang April hatte das Ministerium Berichte über angebliche Unregelmäßigkeiten beim Vergabeverfahren zurückgewiesen.

Bei dem Projekt geht es um die Gründung einer privatrechtlichen IT-Gesellschaft, die unter anderem die Rechenzentren und verschiedene Netze der Bundeswehr modernisieren soll. An der IT-Gesellschaft soll der Bund maximal 49,9 Prozent Anteile halten.

Ein Sprecher der Deutschen Telekom wollte sich nicht näher äußern. Nach seiner Auskunft laufen die Verhandlungen weiter. In Branchenkreisen hieß es, Telekom und Siemens rechneten sich weiter Chancen aus. Dies begründeten sie vor allem mit Unsicherheiten im Gesellschafterkreis des Konsortiums Isic 21. MobilCom werde es in der jetzigen Form bald nicht mehr geben. Mit dem möglichen Rückzug von Unternehmensgründer Gerhard Schmid könnte France Télécom, die 28 Prozent an dem Telekom-Unternehmen hält, das Ruder bei MobilCom übernehmen, hieß es.