Milliardendeal: Telekom-Einstieg bei griechischer OTE ist perfekt - DER SPIEGEL
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Milliardendeal Telekom-Einstieg bei griechischer OTE ist perfekt

Das monatelange Tauziehen ist beendet: Die Deutsche Telekom darf bei der griechischen Telefongesellschaft OTE einsteigen. Darauf haben sich der Konzern und die Regierung in Athen verständigt.
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Athen - Die Deutsche Telekom ist in ihrer Expansionsstrategie ein gutes Stück vorangekommen: Der Einstieg bei der ehemals staatlichen griechischen Telefongesellschaft OTE ist so gut wie perfekt. Nach Angaben des griechischen Finanzministers Giorgos Alogoskoufis einigten sich die Telekom und die Regierung darauf, dass beide Seiten künftig 25 Prozent plus eine Aktie an der größten Telefongesellschaft des Landes halten.

Die Deutsche Telekom wird die unternehmerische Führung bei OTE innehaben. Damit weitet der Bonner Telekommunikationsriese seine Geschäfte gleich auf sechs Länder Südosteuropas aus. Das griechische Parlament muss dem Deal allerdings noch zustimmen. Der Einigung waren mehrmonatige Gespräche vorangegangen, die immer wieder zu platzen drohten.

Dem Minister zufolge darf die Telekom bis Ende 2011 keine Stellen abbauen oder Anteile an OTE ohne die Zustimmung des Staates verkaufen. In der Vergangenheit hatten sich vor allem die sozialistische Opposition und Gewerkschaften gegen einen Einstieg der Telekom bei OTE ausgesprochen.

Beigelegt ist der Konflikt noch nicht: Die Gewerkschaft der OTE-Mitarbeiter kündigte für Donnerstag einen 24-stündigen Streik wegen des Einstiegs der Telekom an. Sozialistenchef Giorgos Papandreou hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, bei einem möglichen Wahlsieg werde seine Partei den Verkauf wieder rückgängig machen. "Wir werden die OTE zurückkaufen", sagte Papandreou im Parlament.

Die Telekom hatte im März angekündigt, für 2,5 Milliarden Euro zunächst knapp 20 Prozent der OTE-Aktien von einer griechischen Investmentgesellschaft zu erwerben. Zugleich strebte der Bonner Konzern die Führung bei OTE an und nahm dazu Verhandlungen mit der griechischen Regierung auf, die noch gut 28 Prozent an OTE hält. An einer vollständigen Übernahme von OTE ist die Telekom nach früheren Angaben aber nicht interessiert.

Die OTE ist für die Telekom vor allem interessant, weil sie damit Zugang zum Mobilfunkmarkt und teilweise auch zum Festnetz- und Breitbandmarkt in Bulgarien, Rumänien, Serbien, Albanien und Mazedonien bekommt. OTE hält zwischen 20 und 100 Prozent an den Telefon- oder Mobilfunkgesellschaften dieser Länder. Mit dem griechischen Unternehmen kann die Telekom ihr Engagement in Ost- und Südosteuropa abrunden. Der deutsche Konzern ist schon in Tschechien, der Slowakei, Polen, Ungarn, Kroatien und Montenegro vertreten. 2007 kam OTE auf einen Umsatz von 6,3 Milliarden Euro und erwirtschaftete einen Gewinn von 663 Millionen Euro.

Die Telekom erzielt mittlerweile mehr als die Hälfte ihrer Erlöse außerhalb des stagnierenden deutschen Markts. Konzernchef Rene Obermann will das Wachstum besonders im Mobilfunk vorantreiben. Mit dem Einstieg in Griechenland wagt sich der seit eineinhalb Jahren amtierende Vorstandschef erstmals in einen neuen Markt vor.

Kurz vor der Hauptversammlung am morgigen Donnerstag erhielt Obermann Rückendeckung von den Großaktionären. Sowohl die Bundesregierung als auch der Finanzinvestor Blackstone stellten ihm ein gutes Zeugnis aus. "Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung", sagte der Sprecher von Finanzminister Peer Steinbrück. "Daran hat der Vorstandsvorsitzende seinen maßgeblichen Anteil." Blackstone-Manager Lawrence Guffey sagte im "Handelsblatt": "Obermann richtet die Telekom gerade komplett neu aus, und wir sind mit seiner Arbeit extrem zufrieden."

Allerdings hat es Obermann noch nicht geschafft, den Aktienkurs nach oben zu bringen. Die T-Aktie dümpelt bei Kursen zwischen elf und zwölf Euro. Sehr zum Leidwesen der Aktionäre, die bei den drei Börsengängen 14,32 Euro, 39,50 Euro und sogar 66,50 Euro für die so genannte Volksaktie berappt hatten.

Hinter vorgehaltener Hand heißt es nun, Obermann brauche dringend einen Befreiungsschlag. Der geplante Einstieg bei OTE sei dies noch nicht.

wal/AP/dpa/Reuters

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