Milliardeneinnahmen Polen will 740 Staatsbetriebe privatisieren
Warschau - Verkehrsbetriebe, Unternehmen der Holzwirtschaft, der Chemie- und Pharmaindustrie: Die polnische Regierung bläst zum Verkauf von 740 Staatsbetrieben. Binnen drei Jahren sollen sie in private Hände übergehen. Warschau rechnet mit Einnahmen in Höhe von rund 7,9 Milliarden Euro. Wegen akuter Überalterung der Bevölkerung sollen 40 Prozent des Erlöses in die Rentenkassen fließen, sagte Ministerpräsident Donald Tusk.
Finanzminister Aleksander Grad kündigte die "volle Privatisierung" der größten Bank des Landes, PKO BP, sowie der größten Versicherungsgesellschaft PZU an. Die staatliche Fluggesellschaft LOT soll ab 2009 in Privatbesitz übergehen. Die Regierung will den Angaben zufolge auch die Warschauer Börse langfristig in private Hände überführen. Zum Auftakt sollen 47,8 Prozent der Anteile an dem 1991 wiedereröffneten Handelsplatz veräußert werden.
Bei 25 sogenannten strategischen Unternehmen strebt die polnische Regierung lediglich eine Teilprivatisierung an. Dazu gehören unter anderen die beiden wichtigsten Ölfirmen des Landes, das Verkehrsnetz der polnischen Bahn, die polnischen Seehäfen sowie die Nachrichtenagentur PAP und die Rundfunkgesellschaften TVP und Polskie Radio.
sil/AFP