Milliardengebot: Microsoft will weniger für Yahoo zahlen - DER SPIEGEL
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Milliardengebot Microsoft will weniger für Yahoo zahlen

44,6 Milliarden Dollar bietet Microsoft für Yahoo - viel zu wenig, findet Yahoo. Bei Microsoft scheint sich die genau gegenteilige Ansicht durchzusetzen: Angesichts des Abschwungs in den USA könnte der Softwarekonzern sein Gebot nach unten korrigieren.
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New York - Von zwei Insidern will die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg erfahren haben, dass Microsoft sein Milliardengebot senken könnte. Die Begründung: Die drohende Rezession bedrohe das Geschäft von Yahoo, daher sei das Portal auch weniger wert.

Damit steigt der Druck auf Yahoo-Chef Jerry Yang. Er hat seit Wochen versucht, eine überzeugende Alternative zur Übernahme zu finden, ist damit aber in den Augen vieler Investoren gescheitert.

"Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Microsoft sie übernimmt", sagte Jeffrey Lindsay, Analyst bei Sanford Bernstein in New York, laut Bloomberg. Für Yahoo wäre es seiner Meinung nach besser gewesen, das Angebot gleich zu akzeptieren. Nun zeichne sich ab, dass Yahoo-Aktionäre weniger Geld erhalten als möglich gewesen wäre.

Yahoo lehnt das ursprüngliche Microsoft-Angebot als zu niedrig ab. Vor zwei Monaten bedeutete die Offerte mit 31 Dollar je Aktie einen Aufpreis von mehr als 60 Prozent. Da Microsoft den Yahoo-Anteilseignern zum Teil auch eigene Aktien bietet, deren Kurs inzwischen gesunken ist, schrumpfte auch das Volumen des Deals entsprechend etwas.

Am Freitag hatte das "Wall Street Journal" berichtet, in dieser Woche sei auch ein zweites Gespräch zwischen Top-Managern von Microsoft und Yahoo ergebnislos gewesen. Microsoft habe bei dem Gespräch keine Bereitschaft zu einer Aufstockung des Angebots gezeigt. Yahoo wolle aber ohne eine höhere Offerte keine formalen Verhandlungen beginnen.

Yahoo steht bereits unter Druck eines Teils seiner Aktionäre, das Microsoft-Angebot anzunehmen. Der Internetkonzern will nach bisherigen Angaben am 22. April seine Zahlen für das erste Quartal vorlegen - und in der Branche und an der Wall Street wird spekuliert, dass die Ergebnisse eher schwach ausfallen dürften.

Microsoft will mit dem Yahoo-Kauf gegen die Übermacht des Rivalen Google bei Online-Suche und Internetwerbung ankämpfen.

itz/dpa