Milliardengewinn Mercedes gleicht Verluste bei Chrysler aus
Auburn Hills - Das gute Ergebnis ist vor allem auf die Mercedes Car Group zurückzuführen, teilte DaimlerChrysler heute in Stuttgart mit. Damit erfüllte DaimlerChrysler nach zwei Gewinnwarnungen im Jahresverlauf die eigene Prognose und übertraf die Schätzungen von Analysten, die im Mittel mit einem operativen Gewinn von 5,1 Milliarden Euro gerechnet hatten. Im Vorjahr hatte der Gewinn noch bei 5,2 Milliarden Euro gelegen.
Nach einem Verlust von 505 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2005 wurde die Mercedes Car Group, in der die Marken Mercedes-Benz, smart und Maybach zusammengefasst sind, wieder stärkster Ertragsbringer im Konzern: Die Pkw-Sparte erzielte 2006 einen operativen Gewinn von 2,42 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor hatten Qualitätsprobleme, der Abbau von 9.300 Stellen und die erste Sanierungsrunde bei der Kleinwagentochter smart für hohe Belastungen gesorgt.
Die US-Tochter Chrysler hingegen rutschte mit einem Verlust von 1,1 Milliarden Euro tief in die roten Zahlen. Analysten hatten nur mit einem Minus von rund einer Milliarde Euro gerechnet. Ursache sind die hohen Benzinpreise, die im US-Markt zu einer verstärkten Nachfrage nach kleineren, Sprit sparenden Fahrzeugen führte, während Chrysler hauptsächlich schwere Geländewagen, Pick-ups und Minivans im Angebot hat. Weil das Unternehmen nicht rechtzeitig die Produktion an die veränderte Nachfrage anpasste, wurden massenhaft Fahrzeuge auf Halde gefertigt, die nur mit hohen Nachlässen verkauft werden konnten.
Aufgrund der Probleme bei Chrysler hatte DaimlerChrysler im Laufe des Geschäftsjahrs 2006 zwei Mal seine Gewinnprognose gesenkt. Waren zu Jahresbeginn noch sechs Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden, wurde zuletzt nur noch mit rund 5 Milliarden Euro gerechnet.
wal/Dow Jones