Milliardeninvestition: E.on will sein Stromnetz renovieren - DER SPIEGEL
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Milliardeninvestition E.on will sein Stromnetz renovieren

Wie peinlich es für einen Energiekonzern ist, wenn Masten umknicken und der Strom ausfällt, musste RWE jüngst erfahren. Der Konkurrent E.on will nun Milliarden investieren, um die Versorgung zu sichern. Die Politik streitet derweil weiter über die Frage, wie die Preise gesenkt werden können.
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Berlin/Düsseldorf - Einer der originelleren Beiträge zur Preisdebatte kam heute von Dietrich Austermann. Der CDU-Politiker und Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein fordert angesichts der hohen Strompreise die bewusste Ansiedlung ausländischer Stromerzeuger in Deutschland. Mehr Konkurrenz auch bei den Preisen lasse sich nur darüber erreichen, "dass wir mehr ausländische Betreiber 'reinholen'", sagte er im Deutschlandradio Kultur. Dann wären die kleinen regionalen Anbieter nicht mehr gezwungen, bei den Oligopolisten E.on, RWE, Vattenfall und EnBW einzukaufen. "Bei den Großen gibt es keinen Wettbewerb mehr", monierte Austermann.

Wohl auch, um sein lädiertes Image aufzupolieren, hat heute der größte der Großen ein massives Investitionsprogramm angekündigt und offensiv beworben. Der E.on-Konzern will bis 2008 18,6 Milliarden Euro ausgeben, um die Versorgung mit Strom zu sichern. "In den nächsten drei Jahren investieren wir vor allem in hocheffiziente und umweltfreundliche Kraftwerke, in moderne Netze für Strom und Gas und in die Gasförderung. Damit sichern wir die Versorgung unserer Kunden", lobte der E.on-Cef Wulf Bernotat in Düsseldorf seine eigene Initiative.

Die Summe soll allerdings nicht allein in Deutschland, sondern weltweit investiert werden. Fast 90 Prozent des Geldes sind für Sachanlagen reserviert. In Deutschland sollen unter anderem ein neues 1100 Megawatt-Steinkohlekraftwerk in Datteln und zwei Gas- und Dampfkraftwerksblöcke im bayerischen Irsching errichtet werden. Außerdem sind rund 2,8 Milliarden Euro für den Erhalt und Ausbau der Strom- und Gasnetze in der Bundesrepublik vorgesehen. Einen Schwerpunkt bildet dabei der Ausbau der Stromnetze zum Anschluss von Windenergieanlagen. Investitionen plant der Konzern auch in Großbritannien, Skandinavien und den USA.

NRW prüft RWE-Pläne weiter

Der Konkurrent RWE muss sich derweil darauf einstellen, dass die von ihm beantragten Preiserhöhungen für Strom in Nordrhein-Westfalen noch länger und genauer von der Politik unter die Lupe genommen werden. Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) sagte, bei einem Gespräch mit den Verantwortlichen des Konzerns seien heute einige Fragen geklärt worden. Es bleibe aber dabei, dass jeder einzelne Antrag "sehr sorgfältig und kritisch" geprüft werde, um eine solide Entscheidungsgrundlage zu haben, betonte die Ministerin.

Für eine endgültige Entscheidung sei noch eine Reihe von Details auf Arbeitsebene zu klären. Dazu prüften Fachleute des Ministeriums derzeit die vom Unternehmen nachgelieferten Unterlagen. Sollten sich die Angaben als schlüssig und nachvollziehbar erweisen, sei mit einer kurzfristigen Entscheidung zu rechnen. Anderenfalls seien weitere Prüfungen erforderlich.

Wulff: Preise für viele unbezahlbar

Zu den Politikern, die sich offen für Strompreis-Senkungen aussprechen, hat sich inzwischen auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff gesellt. "Tatsächlich müssen die Preise runter, weil viele Verbraucher die Preise einfach nicht zahlen können", sagte er der "Nordwest- Zeitung" in Oldenburg. Er forderte die Konzerne zur Offenheit gegenüber den Abnehmern auf.

"Ich wünsche mir, dass die Strompreisaufsicht einen jährlichen, für die Verbraucher nachvollziehbaren Bericht über die Preisentwicklung und die Verursacher der höheren Strompreise vorlegt", sagte Wulff. Den Weg Hessens, alle beantragten Strompreiserhöhungen vorerst abzulehnen, will Wulff aber nicht gehen. Niedersachsen besitze "die strengste Stromaufsicht bundesweit", sagte er. Deshalb liege das Land bei den Strompreisen auch weit unter Bundesdurchschnitt. Bei 34 Versorgern wurden die beantragten Preisaufschläge gekürzt.

Münsterland: Wäschekörbe von Hilfsanträgen

Nach den Stromausfällen im Münsterland hat die "Arbeitsgruppe Härtefallfonds" etwa 1100 Anträge auf Entschädigung bearbeitet. Jedoch gingen weiter Hilfeersuchen ein, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Münster. "Heute Morgen ist wieder ein halber Wäschekorb angekommen". Bislang seien etwa 250.000 Euro ausgezahlt worden. Der Energieversorger RWE hat in dem Fonds fünf Millionen Euro bereitgestellt. Nach dem Winterchaos sollen geschädigte Privatleute so unterstützt werden.

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