Milliardenkredit Nokia will MobilCom nichts mehr pumpen
Helsinki - Der Telekommunikationsausrüster hat seine Umsatzprognose für das dritte Quartal von 7,2 bis 7,6 Milliarden Euro auf 7,1 bis 7,4 Milliarden Euro gesenkt. Weiter gab Nokia bekannt, der Pro-Forma-Gewinn werde "im oberen Bereich" der bisher vorhergesagten 0,15 bis 0,17 Euro je Aktie liegen.
Die Aktie des größten Handy-Herstellers der Welt sank nach Bekanntgabe der Umsatzwarnung um 1,5 Prozentpunkte auf 14 Euro. Nokia-Konzernchef Jorma Ollila erklärte, dass sich Nokias Kunden vor allem beim Geschäft mit Mobilfunk-Systemen mit neuen Investitionen noch stärker zurückhielten als bisher erwartet.
Nokia lässt MobilCom-Aktie abstürzen
Ferner wurde bekannt, dass Nokia sich mit dem französischen MobilCom-Großaktionär France Télécom auf eine Umschuldung der Kundenkredite für den deutschen Mobilfunker geeinigt hat. Die Finnen hatten MobilCom sowie zahlreichen anderen Unternehmen der Branche in der Vergangenheit hohe Kredite für den Kauf von Netwerksausrüstung eingeräumt. Nokia teilte am Dienstag mit, dass im Rahmen der Vereinbarung 300 Millionen Euro an Krediten abgeschrieben würden, die MobilCom den Finnen noch schuldet. Ferner streicht Nokia alle weiteren Lieferantenkredite in Höhe von 1,1 Milliarden Euro, die MobilCom bisher zugesagt worden waren. Die Aktie des Büdelsdorfer Unternehmens brach nach Bekanntwerden der Nachricht um mehr als fünf Prozent ein.
Nokia weist Kritik an UMTS-Technik zurück
Ebenfalls am Dienstag hat Nokia erneut Vorwürfe von Mobilfunkanbietern zurückgewiesen, der kommerzielle Start der Mobilfunknetze der dritten Generation (UMTS) verzögere sich wegen technischer Schwierigkeiten. "An unseren Plänen in der Produktion der Handys und auch im Zeitplan des Netzaufbaus hat sich nichts geändert", sagte Bosco Novak, Geschäftsführer von Nokia Deutschland, dem Berliner "Tagesspiegel". Zuletzt hatte Vodafone die Verschiebung des Netzstarts auf 2003 mit technischen Problemen seitens der Lieferanten begründet.
Der Deutschland-Chef des finnischen Telekomausrüsters räumte allerdings ein, dass an der Optimierung der Technik noch gearbeitet werde. Das Schlimmste was passieren könne sei, dass der Kunde nicht den Service erhalte, den er gewohnt sei.