Milliardenoffensive IBM macht Jagd auf Microsoft-Entwickler
Armonk - IBM-Chef Sam Palmisano wolle den Investitionsplan noch heute bekannt geben, berichtet die "Financial Times". Die umworbenen Entwickler sollen statt für den Konkurrenten Microsoft für IBM Programme entwerfen.
Laut Bericht will IBM die Entwickler unter anderem damit locken, dass ihnen kostenlos Software zur Verfügung gestellt wird. Auch wolle IBM freien Zugriff auf große Kundendatenbanken anbieten und Angebote für gemeinsames Marketing machen.
Der Angriff Palmisanos ist Teil einer umfassenden Strategie, seinen Konzern vor dem Konkurrenten zu positionieren, noch bevor in diesem Jahr der erwartete Nachfrageanstieg einsetzt.
Die IBM-Technologie basiert auf der Programmiersprache Java und dem kostenlosen Betriebssystem Linux. IBM ist 1999 aus dem Markt für Unternehmensanwendungen ausgestiegen. Die neuen Programmierer sollen jetzt Software an die vom Konzern angebotene Middleware anpassen.
Über diese Ebene können unterschiedliche IT-Systeme, mit denen ein Unternehmen arbeitet, kommunizieren und Daten austauschen. Je mehr Anwendungen für die Middleware auf dem Markt sind, desto mehr Soft- und Hardware und IT-Lösungen kann IBM verkaufen, so die Planung von IBM-Chef Palmisano.
Die Werbeoffensive zeigt nach seinen Angaben erste Erfolge: 200 Software-Entwickler hätten sich bereits zu einem Umstieg entschlossen, Tausende sollen noch folgen. Analysten sehen die Ankündigung jedoch skeptisch: Microsoft habe in der Vergangenheit gut mit den Programmierern zusammengearbeitet. Sie würden daher der IBM-Offensive sehr skeptisch gegenüberstehen.