Milliardenübernahme Web-Mogul Diller greift Google an
New York - Dillers Konzern zahlt nach eigener Mitteilung 1,85 Milliarden Dollar für die viertgrößte Internetsuchmaschinen-Firma der USA. Damit wird Interactive zum direkten Konkurrenten von Google, Yahoo! und Microsofts MSN.
Die rasch wachsende Suchmaschinenfirma Ask Jeeves sitzt in Oakland, Kalifornien. Im vergangenen Jahr hatte sie ihren Umsatz um 144 Prozent auf 261 Millionen Dollar erhöht. 2005 will sie bereits 380 bis 395 Millionen Dollar umsetzen. Ein Kennzeichen der Firma ist, dass User richtige Fragen in normaler Frageform stellen können, um an die von ihnen gewünschten Antworten zu kommen. Diller hob dies als einen der Vorzüge des Unternehmens heraus, das vor zehn Jahren gegründet wurde.
Interactive hat seine Zentrale in New York, Dillers Büro blickt auf den Central Park hinaus. Sein Konzern hat im vergangenen Jahr 6,2 Milliarden Dollar umgesetzt und einen Profit von 151 Millionen geschafft - ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Diller hofft nun, vom Wachstum der Online-Werbung zu profitieren. Es würden jedoch in den kommenden fünf Jahren in diesem Bereich jährliche Zuwachsraten von 24 Prozent erwartet, teilte sein Konzern mit.
Analysten finden Kaufpreis übertrieben
Diller kontrolliert unter anderem die Reise-Site Expedia, das auf Bekanntschaftssuche spezialisierte Angebot Match.com und den Buchungsdienst Ticketmaster, der Karten für Theater-, Musik- und Sportveranstaltungen vertreibt. Hinzu kommen das Portal CitySearch und der TV-Shopping-Sender Home Shopping Network.
Die Übernahme von Ask Jeeves soll bei Zustimmung der Wettbewerbsbehörden im zweiten oder dritten Quartal abgeschlossen werden.
Die Aktien von Interactive und Ask Jeeves haben unterschiedlich reagiert. Aktionäre von Ask Jeeves konnten sich zeitweise über ein Kursplus von 15,72 Prozent auf 28,05 US-Dollar freuen. Interactive-Anteilseigner hingegen mussten einen Kursrückgang von 3,45 Prozent auf 21,52 Dollar verkraften.
Die Marke Ask Jeeevs werde von der Übernahme profitieren, sagte Goldman-Sachs-Analyst Anthony Noto. Der Suchmaschinenbetreiber werde seine Position im Wettbewerb verbessern können, da sich seine finanziellen Ressourcen erhöhten. Experten von Legg Mason bezeichneten den Kauf auch als positiv für Interactive. Andere Analysten verwiesen hingegen kritisch auf den hohen Kaufpreis.