Milliardenverlust Ericsson-Kurs bricht ein
Stockholm - Vor Steuern werde für das erste Quartal 2001 ein Verlust zwischen vier und fünf Milliarden Kronen (rund eine Milliarde Mark) erwartet, nachdem man bislang von einem ausgeglichenen Ergebnis ausgegangen sei, teilte das Unternehmen mit.
Ericsson hatte noch bei der Veröffentlichung der Jahresbilanz für 2000 ein Null-Ergebnis vor Steuern bei Umsatzsteigerungen um 15 Prozent angekündigt. Dazu hieß es jetzt, dass bei Mobiltelefonen mit einem deutlich niedrigeren Absatz zu rechnen sei als im ersten Quartal des letzten Jahres. Bei Mobilsystemen, bei denen Ericsson weltweit Marktführer ist, wirke sich die schwächere Konjunktur erheblich auf die Preise aus.
"Das geringere Wachstum betrifft alle unsere Bereiche", teilte Ericsson weiter mit. Vor allem Kunden aus den USA hätten Investitionausgaben eingefroren. Auch in Westeuropa seien diese Ausgaben zurückgefahren worden.
Die Ericsson-Aktie, die vor der Mitteilung vom Handel ausgesetzt war, gab bei Wiederaufnahme des Handels zunächst rund 14 Prozent nach und fiel damit auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten.
Im Sog der Gewinnwarnung gab auch der Kurs der Siemens-Aktie in Frankfurt stark nach. Die Papiere rutschten in einem schwachen Marktumfeld um mehr als viereinhalb Prozent ab. Nokia fielen an der Börse in Helsinki rund zehn Prozent zurück. Die US-Technologiebörse Nasdaq eröffnete nach der Warnung 2,6 Prozent schwächer und fiel erstmals seit Ende 1998 unter die Marke von 2000 Punkten.
Ericsson ist der weltweit drittgrößte Mobiltelefonhersteller und der weltgrößte Telekom-Ausrüster. Das Unternehmen hatte im Jahr 2000 mit dem Verkauf von Mobiltelefonen Verluste von 16 Milliarden Kronen eingefahren, die aber durch einen Gewinn von 27 Milliarden Kronen bei Mobilsystemen und anderen Aktivitäten aufgefangen werden konnten. Zum Jahresbeginn hatte das größte Industrieunternehmen in Schweden die komplette Handy-Fertigung an den US-Konzern Flextronics ausgelagert.