Milliardenverlust Warren Buffet vom Hurrikan gebeutelt
Omaha - Gleich viermal in Serie blies es in den letzten Monaten den Bewohnern von Karibik und Südosten der USA die Häuser regelrecht um die Ohren: Die Hurrikan-Serie des frühen Herbstes hat das Zeug, als GAU in die Geschichte der amerikanischen Versicherungswirtschaft einzugehen. Zu den Hauptbetroffenen zählt auch der amerikanische Konzern Berkshire Hathaway, der von dem legendären Multimilliardär Warren Buffett kontrolliert wird.
Dabei puffert der Mischkonzern seine Risiken über eine Vielzahl von Geschäftsfeldern ab: Die Gesellschaft mit Sitz in Omaha (Bundesstaat Nebraska) verfügt über riesige Energie- und Pipelineoperationen, produziert Teppiche und Bodenbeläge, bietet Geschäftsflugzeuge auf Teilzeitbasis an, ist einer der wichtigsten Lebensmittelgroßhändler und ist auch im Möbel-, Süßwarengeschäft sowie in anderen Branchen tätig. Doch Berkshire Hathaway zählt auch zu den größten Rückversicherungs- und Versicherungsunternehmen am Markt.
Und der wurde von den Hurrikans ganz gehörig gebeutelt.
Der Gewinn der Berkshire Hathaway sackte im Juli-September-Abschnitt um 37 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar (877 Mio Euro) ab oder 739 (Vorjahresvergleichszeit: 1176) Dollar je Aktie. Die vier Hurrikane hatten das Unternehmen 816 Millionen Dollar nach Steuern gekostet, gab Berkshire Hathaway am Freitag bekannt. Die Berkshire-Hathaway-Aktien fielen daraufhin am Freitag um 510 Dollar auf 83.390 Dollar. Der Neunmonatsgewinn schrumpfte auf vier (Vorjahresvergleichszeit: 5,8) Milliarden Dollar und der Gewinn pro Aktie auf 2581 (3755) Dollar.
Auch Warren Buffett ist damit ein Stück ärmer geworden. Der Gründer und Großaktionär von Berkshire Hathaway liegt mit einem Vermögen von 42,9 Milliarden Dollar in der globalen Rangliste des US-Wirtschaftsmagazins "Forbes" hinter Microsoft-Gründer Bill Gates (46,6 Milliarden Dollar) auf Platz zwei.
Berkshire Hathaway hatte Ende September 38,1 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln in der Kasse oder 10,3 Milliarden Dollar mehr als Ende 2002. Darin waren nicht die Barmittel der Finanzsparten der Gesellschaft enthalten. Der starke Anstieg der liquiden Mittel war auf den Verkauf von US-Regierungsanleihen zurückzuführen. Deshalb verringerten sich die Investmenteinnahmen der Gesellschaft im laufenden Jahr.
Berkshire Hathaway kontrollierte am Ende der Berichtszeit auf Devisenterminkontrakte in acht Währungen mit einem Gesamtwert von 20 Milliarden Dollar. Der Dollar hat am Freitag ein neues Rekordtief gegenüber dem Euro verbucht. Der Euro notierte zum Tagesausklang mit 1,2964 Dollar gegenüber seinem bisherigen Höchststand von 1,2925 Dollar am 18. Februar.