Millionen-Salär: EU attackiert Exzesse bei Managergehältern - DER SPIEGEL
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Millionen-Salär EU attackiert Exzesse bei Managergehältern

Die Finanzkrise heizt die Debatte um Managerbezüge an: Die EU-Kommission will die Bezahlung von Führungskräften deckeln. Mit Blick auf hohe Abfindungen gefeuerter Bankchefs kündigt Frankreichs Präsident Sarkozy ein eigenes Gesetz an.
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Berlin/Düsseldorf/Paris - EU-Kommissionspräsident José Manuel Durão Barroso erhöht den Druck auf die Managerkaste: Die EU werde sich erneut mit der Vergütung von Führungskräften befassen, schreibt Barroso in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt".

2004 hatte die EU-Kommission schon einmal die Regulierung der Managergehälter empfohlen, die seitdem allerdings nur die Niederlande umsetzten. "Wären die damaligen Vorschläge auf breiterer Basis aufgegriffen worden, wäre uns einiger Ärger erspart geblieben", schreibt Barroso jetzt. Deshalb werde die EU-Kommission jetzt noch einmal darauf zurückkommen.

Die "Financial Times Deutschland" (FTD) zitiert aus einem EU-Beschlussentwurf, wonach sich die Gehälter künftig vor allem an der langfristigen Rentabilität der Firmen anstatt an kurzfristigen Gewinnen orientieren sollen. Davon betroffen wäre vor allem die Bezahlung mit Aktienoptionen. Diese bieten Anreize für Entscheidungen, die kurzfristig den Aktienwert in die Höhe treiben, aber langfristig einer Firma schaden können.

Weiter heißt es in dem Entwurf, es sollten "potentielle Interessenskonflikte vermieden werden, die entstehen, wenn Manager Übernahmen durchführen, während sie Aktien oder Aktienoptionen des angebotenen Unternehmens halten". Außerdem solle sich das Managergehalt immer an der jeweiligen Leistung orientieren.

Die EU-Finanzminister treffen sich am Dienstag in Luxemburg, um über den Entwurf zu beraten. Ziel der Runde sei es laut "FTD" auch, dass Managergehälter systematisch veröffentlicht und bei Hauptversammlungen von den Aktionären diskutiert werden.

Sarkozy kündigt Abfindungsgesetz an

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy legt in der Debatte um die Bezahlung von Führungskräften eine eigene Initiative vor. Im Streit um überhöhte Abfindungen für gescheiterte Manager greift die französische Regierung nun doch zu einem Gesetz. Paris werde auf Wunsch von Sarkozy "in den kommenden Wochen" einen Gesetzentwurf vorlegen, der die sogenannten "goldenen Fallschirme" beschränken solle, sagte Regierungssprecher Luc Chatel nach einer Kabinettssitzung.

Sarkozy hatte die Millionenabfindungen für Manager, die ihr Unternehmen durch Fehler in Schwierigkeiten gebracht haben, vergangene Woche scharf kritisiert. Er hatte den Unternehmerverbänden noch die Möglichkeit gegeben, das Problem selbst zu lösen. Nur wenn dies nicht gelinge, werde der Staat per Gesetz eingreifen, sagte Sarkozy damals.

Auslöser der Initiative war die jüngste Finanzkrise. Die Regierung sei "schockiert" über die Abfindungen für zwei entlassene Manager der Anfang der Woche durch Frankreich, Belgien und Luxemburg geretteten Dexia-Bank. Dem ehemaligen Dexia-Chef Axel Miller stehen laut seinem Vertrag 3,7 Millionen Euro zu, wenn sein Vertrag aufgelöst wird. Miller selbst hatte am Dienstagabend im belgischen Fernsehsender RTBF die Praxis der "goldenen Fallschirme" abgelehnt, wenn Manager Fehler begangen hätten. "Aber was mich betrifft, habe ich keine Verfehlung begangen", sagte er.

suc/Reuters/dpa-AFX/AFP