Millionengehälter: Britischer BMW-Chef rügt Rover-Bosse - DER SPIEGEL
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Millionengehälter Britischer BMW-Chef rügt Rover-Bosse

Der Chef von BMW in Großbritannien, Jim O'Donnell, hat die Führung von Rover scharf angegriffen. Besonders regt sich der O'Donnell über die exorbitanten Gehälter auf, die sich der Vorstand der ehemaligen BMW-Tochter genehmigt, obwohl das Unternehmen massive Verluste macht.
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London - "Ich finde, es ist eine Schande, dass sich der Rover-Vorstand mehr zahlt als der Vorstand von BMW", wurde O'Donnell von den britischen Zeitungen "Independent" und "Financial Times" zitiert. "Das ist das inakzeptable Gesicht des Kapitalismus."

BMW   hatte die stark verlustbringende Tochter Rover im Mai 2000 für einen symbolischen Preis an ein Konsortium von britischen Geschäftsleuten verkauft. "BMW hat ihnen für zehn Pfund eine echte Chance gegeben", sagte O'Donnell. "Vom deutschen Standpunkt aus betrachtet wollten wir sicherstellen, dass das Unternehmen eine Chance bekam. Ich glaube nicht, dass sie diese Chance genutzt haben."

MG Rover hatte im vergangenen Jahr umgerechnet 133 Millionen Euro Verlust gemacht. Gleichzeitig erhielten die fünf Vorstandsmitglieder Kevin Howe, John Towers, Peter Beale, John Edwards und Nick Stephenson insgesamt 24 Millionen Euro. Towers und Beale hatten in diesem Jahr bereits heftige Kritik vom industriepolitischen Ausschuss des britischen Unterhauses einstecken müssen. Die Ausschussvorsitzende Martin O'Neill hatte ihnen vorgeworfen, bei Rover vor allem ihre eigenen Taschen zu füllen. Die Rover-Chefs rechtfertigten sich mit dem Argument, sie seien bei der Übernahme große Risiken eingegangen.

Von einem hohen Risiko für die Manager kann nach Einschätzung von O'Donnell keine Rede sein. Im Rückblick wäre es wohl besser gewesen, wenn BMW vor vier Jahren der ebenfalls an Rover interessierten Investment-Gruppe Alchemy den Zuschlag gegeben hätte, sagte er. Gegen Alchemy hatte sich damals breiter Widerstand in Großbritannien geregt, weil das Unternehmen drastische Stellenstreichungen bei dem Autohersteller angekündigt hatte.