Millionengehälter: Daimler-Vorstand verdient weniger - DER SPIEGEL
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Millionengehälter Daimler-Vorstand verdient weniger

Erstmals hat DaimlerChrysler die Vorstandsgehälter einzeln ausgewiesen. Demnach verdienen nur drei Manager mehr als zwei Millionen Euro im Jahr. Insgesamt sanken die Vorstandsbezüge deutlich. Derweil gab der Konzern eine Kooperation für Chrysler mit einem chinesischen Konzern bekannt.
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Stuttgart - Der Vorstand des Autokonzerns DaimlerChrysler   hat im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als ein Drittel weniger verdient als 2005. Insgesamt seien die Vorstandsbezüge von knapp 35 Millionen Euro auf knapp 21 Millionen Euro gesunken, geht aus dem heute vorgelegten Geschäftsbericht hervor. Auf den Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche entfielen davon knapp 5,1 Millionen Euro. Der Chef der defizitären US-Sparte Chrysler, Tom LaSorda, erhielt 2,4 Millionen Euro. Angaben zum Vorjahr gibt es nicht, da die Daten zum ersten Mal je Vorstandsmitglied ausgewiesen wurden.

Über zwei Millionen Euro verdiente außerdem nur noch Entwicklungsvorstand Thomas Weber mit 2,2 Millionen Euro Jahresgehalt. Finanzvorstand Bodo Uebber erhielt knapp 1,9 Millionen Euro. Der Leiter der gesamten Truck Group, Andreas Renschler, verdiente mit 1,7 Millionen Euro weniger als Strategievorstand Rüdiger Grube, der mit 1,95 Millionen Euro vergütet wurde. In ähnlicher Größenordnung liegt Personalvorstand Günther Fleig: Er bekam 1,9 Millionen Euro. Sogar der Chrysler-COO Eric Ridenour strich mit 1,72 Millionen Euro höhere Bezüge als Renschler ein. Lediglich Einkaufsvorstand Thomas W. Sidlik erhielt mit 1,6 Millionen Euro weniger als der Leiter der Lkw-Sparte.

Unterdessen gehen die Spekulationen über die Zukunft der Sparte Chrysler weiter. Einem Zeitungsbericht zufolge denkt der chinesische Autohersteller FAW über einen Kauf nach. Es sei allerdings nicht klar, ob die Chinesen nur einen Anteil oder die komplette Sparte erwerben wollten, berichtet die Shanghaier "Oriental Morning Post". FAW ist nach Umsatz der größte Fahrzeughersteller Chinas. Der Konzern habe Vertreter in die USA gesandt, um darüber zu verhandeln, schreibt die Zeitung. Ein Sprecher von DaimlerChrysler in China, Li Liping, wollte den Bericht der Zeitung zufolge nicht kommentieren.

Kein Interesse an Chrysler hat hingegen der chinesische Konkurrent Chery. "Wir haben keinen derartigen Übernahmeplan", sagte heute Jin Yibo, der bei Chery als Vizepräsident für den Vertrieb verantwortlich ist. Allerdings befinde sich Chery mit DaimlerChrysler in Gesprächen über eine Ausweitung der Kooperation, sagten Insider dem "Wall Street Journal Asia".

DaimlerChrysler teilte heute mit, der Aufsichtsrat habe einer Kooperation von Chrysler mit Chery zugestimmt. Mit der noch ausstehenden Zustimmung der chinesischen Regierung in Peking und dem endgültigen Vertragsabschluss sei bis Ende März zu rechnen, sagte ein Konzernsprecher in Stuttgart. Chery wird für Chrysler Kleinwagen bauen, die unter dem Markennamen Dodge in Nordamerika und Europa verkauft werden sollen.

DaimlerChrysler hat jüngst einen Sanierungsplan für Chrysler vorgelegt und dabei eine mögliche Trennung von dem drittgrößten US-Hersteller ins Spiel gebracht.

kaz/ddp/Dow Jones

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