Mindestlohn Kaum Chancen für Geringqualifizierte
Berlin - Hohe Arbeitskosten, Kündigungsschutz und mangelnde Motivation sind nach einer Umfrage unter 20.000 deutschen Unternehmen Hemmnisse bei der Beschäftigung von Geringqualifizierten. An Arbeitslosen ohne abgeschlossene Berufsausbildung würde die aktuelle Belebung am Arbeitsmarkt deswegen vorbeigehen, sagte Achim Dercks vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bei der Vorstellung der Umfrage in Berlin.
Fast 40 Prozent der befragten Unternehmen gab hohe Arbeitskosten als Grund an, keine Geringqualifizierten zu beschäftigen. Geringe Produktivität und hohe Kündigungsschutzregelungen gaben je ein Drittel der Befragten an, für 28 Prozent ist außerdem die mangelnde Motivation ein Hindernisgrund.
Energisch wandte er sich gegen die Einführung eines Mindestlohns, da die Arbeitskosten für einfache Tätigkeiten schon heute zu hoch seien. Ebenso wandte er sich gegen breit angelegte Kombilohnmodelle. Sie führten zu teuren Mitnahmeffekten und seien fiskalisch nicht zu schultern, so Dercks. Stattdessen forderte er die Politik auf, die Lohnzusatzkosten zu senken. Auch sollte die Befristung von Arbeitsverträgen von zwei auf vier Jahre ausgedehnt werden können.
ore/ddp/AP