Mini-Effekt: EM lässt Schweizer Wirtschaft kalt - DER SPIEGEL
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Mini-Effekt EM lässt Schweizer Wirtschaft kalt

Es ist die drittgrößte Sportveranstaltung der Welt: Zur Euro 2008 in Österreich und der Schweiz werden Hunderttausende Fans erwartet. Sie alle müssen essen, trinken und schlafen. Doch an dem Turnier verdienen wohl hauptsächlich die Fußballverbände.
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Zürich - Der Gastronomie- und Tourismusbranche winken Millionenumsätze zur Europameisterschaft, doch eine Studie geht davon aus, dass die Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft marginal bleiben. Von zusätzlichen 860 Millionen Franken (527 Millionen Euro) soll das Bruttoinlandsprodukt des Alpenlandes durch die EM profitieren, was gerade einmal 0,2 Prozent ausmacht. Das wird die Verlangsamung der Schweizer Wirtschaft nicht stoppen können. "Der wirtschaftliche Effekt wird so klein sein, dass er in der Statistik kaum auffallen wird", sagt Urs Müller, Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts BAK in Basel. 7500 Jobs könnten zwar entstehen - der Großteil davon aber nur für einen begrenzten Zeitraum.

In den vergangenen vier Jahren hatte die Schweiz das seit langem stärkste Wirtschaftswachstum verzeichnen können. Jetzt hat die weltweite Kreditkrise das Land eingeholt.

Zwar erwarten die Hoteliers Rekorde bei den Übernachtungszahlen, später könnte sich zwischen Genf und Zürich aber Ernüchterung breitmachen. Auch die ökonomische Bilanz der Fußball-WM in Deutschland war eher mau ausgefallen. Hierzulande konstatierte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung abschließend, dass der Fußball-Weltverband Fifa und der Deutsche Fußball-Bund die großen Gewinner gewesen seien. Die Auswirkungen auf die nationale Wirtschaft seien dagegen gering gewesen.

Diese Erkenntnis dürfte noch mehr für die Schweiz gelten. Schließlich fanden während der WM in Deutschland doch viermal so viele Spiele statt wie diesen Sommer in der Schweiz. Hinzu kommt, dass auch Co-Ausrichter Österreich und das eigentlich unbeteiligte Liechtenstein mitverdienen wollen.

UBS, die größte Bank der Schweiz, wird versuchen, mit 16 Public-Viewing-Zonen von den Schwierigkeiten durch die US-Kreditkrise abzulenken, die das Institut zuletzt in die Schlagzeilen gebracht hatten. Allerdings birgt Sponsoring auch ein Risiko in sich, wie bereits die Credit Suisse feststellen musste. Der offizielle Partner der Schweizer Nationalmannschaft musste sich hastig entschuldigen, nachdem die von ihm verschenkten Fußbälle in Verdacht gerieten, von Kindern hergestellt worden zu sein.

Ohnehin hält sich die Fußball-Euphorie im Alpenland noch in Grenzen. Laut einer Umfrage der "Sonntagszeitung" interessieren sich nur 41 Prozent der Bevölkerung für die Europameisterschaft.

feh/Reuters/ddp