Ministerkandidat Glos: Nicht alle klatschen Beifall - DER SPIEGEL
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Ministerkandidat Glos Nicht alle klatschen Beifall

Die Nominierung des CSU-Landesgruppenchefs Michael Glos zum künftigen Bundeswirtschaftsminister ist in der Wirtschaft auf ein geteiltes Echo gestoßen. Für die Skeptiker bleibt er der Mann der zweiten Reihe.
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Berlin - Während Handwerksverband, DIHK und der Arbeitgeberverband Gesamtmetall die Nominierung begrüßten, äußerte sich der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) eher skeptisch: "Ich weiß, dass Herr Glos ein guter Organisator und sehr versierter Parteioffizier ist, der in der Vergangenheit immer in der Lage war, seine Truppen beisammen zu halten. Seine Wirtschaftskompetenz vermag ich derzeit nicht einzuschätzen", sagte BGA-Präsident Anton Börner der "Berliner Zeitung".

Die Liga, in der der Wirtschaftsminister spiele, sei eine ganz andere, als eine Parlamentsliga und als Bayern. "Wir brauchen einen starken Wirtschaftsminister. Als verlängerte Werkbank von München wird er es schwer und auch keinen Erfolg haben", sagte Börner. Wenn Glos die internationalen Spielregeln nicht beherzige, werde er, wie man in Bayern sage, Hundstage haben, fügte er hinzu.

Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Otto Kentzler, lobte dagegen die Nominierung des CSU-Landesgruppenchefs als Wirtschaftsminister. "Glos ist ein gestandener Handwerksmeister, der die Probleme des Mittelstandes aus eigener Anschauung kennt", sagte Kentzler dem Blatt. "Er hat in fast 30 Jahren als Abgeordneter im Bundestag beste und vertrauensvolle Beziehungen zur Wirtschaft aufgebaut", unterstrich der Funktionär.

Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser schätzt an Glos besonders die menschliche Seite: "Michael Glos verfügt in seiner bekannten Verlässlichkeit, Loyalität und geradlinigen Teamfähigkeit über die menschliche Qualifikation, die besonders für diese politische Konstellation lebensnotwendig ist. Außerdem hat er grundsätzlichen und praktischen Sachverstand. Deshalb würden wir uns über seine Berufung zum Wirtschaftsminister freuen."